Wechselkurs

 


Der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der Devisenmarkt. Ein Haarschnitt eines Deutschen in den Niederlanden oder der Reiseverkehr deutscher Touristen ins Ausland wären somit aus deutscher Sicht ein Dienstleistungsimport. Allgemein gesagt erfasst sie den unentgeltlichen Transfer zwischen In- und Ausland. Bei der Darstellung der Leistungsbilanz des Beispiellandes Schweden am rechten Bildrand ist zu erkennen, dass seit dem Jahr bis hin zum Jahr die Leistungsbilanz stetig steigt.

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Für Unternehmen und Anleger besteht durch die Wechselkursänderungen ein Risiko Wechselkursunsicherheit , wenn Forderungen an eine Fremdwährung gebunden sind. Grundsätzlich gibt der nominale Wechselkurs an, in welchem Verhältnis die Währung eines Landes gegen die Währung eines anderen Landes getauscht werden kann. Der nominale Wechselkurs lässt sich dabei in der Mengen- oder der Preisnotierung ausdrücken. In der Eurozone war bis zu der Euroeinführung auch die Preisnotierung üblich.

Der reale Wechselkurs bezeichnet das Verhältnis, zu dem ein repräsentativer Warenkorb eines Landes gegen einen repräsentativen Warenkorb eines anderen Landes getauscht werden kann.

Der reale Wechselkurs ist damit als ein Index definiert, sein absoluter Wert hat also keinen Aussagewert. Erst durch die Betrachtung der Änderungsraten im Zeitverlauf kann man wichtige Erkenntnisse gewinnen. An den Änderungsraten kann man die Entwicklung der Kaufkraft eines Landes ablesen. Eine real aufwertende Währung zeichnet sich zwar durch eine höhere Kaufkraft gegenüber dem Ausland aus man spricht auch von verbesserten Terms of Trade , verringert jedoch gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Wirtschaft.

Da die Verwaltung und Abrechnung im Sortengeschäft nicht nur arbeitsaufwendig ist, sondern das Geldinstitut beim Ankauf fremder Währung ein Risiko eingeht, werden Sorten meist zum niedrigen Geldkurs an und zum höheren Briefkurs verkauft. Diese Kurse weichen von den Umtauschkursen, die zum Beispiel bei Überweisungen ins Ausland verwendet werden, mehr oder weniger stark ab. In manchen Ländern mit hoher Wechselkurs volatilität wird Hartwährung bevorzugt, so dass es für Reisende vorteilhafter sein kann, erst im Zielland das Geld zu tauschen.

Vom bilateralen Wechselkurs spricht man, wenn sich der Wechselkurs auf zwei Währungen bezieht. Betrachtet man dagegen den Wechselkurs zwischen einer Währung und einem Währungskorb , dann spricht man vom effektiven oder auch multilateralen Wechselkurs. Der Währungskorb wird aus den Währungen der wichtigsten Handelspartner gebildet.

Wird mit dem Exportanteil gewichtet, so spricht man vom Exportwechselkurs , wird dagegen mit dem Importanteil gewichtet, dann spricht man vom Importwechselkurs. Der effektive Wechselkurs ist deswegen wichtig, weil Wechselkurse aus Unternehmenssicht v. Allerdings kann ein Wechselkurs per Definition immer nur genau zwei Volkswirtschaften miteinander vergleichen.

Dies reduziert seine Aussagekraft. Um zu einer grundsätzlicheren Erkenntnis über die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu kommen, müssten demnach auch alle anderen für Ex- und Importe wichtigen Wechselkurse berücksichtigt werden — dies leistet der effektive Wechselkurs. Bedeutsam sind dabei jedoch v. Zur theoretischen Begründung von Wechselkursschwankungen bestehen mehrere Theorien, die einen Zusammenhang herstellen zwischen dem Wechselkurs auf der einen sowie etwa dem Preisniveau , dem Einkommen oder dem Zinssatz im In- und Ausland auf der anderen Seite.

Grundsätzlich entstehen Wechselkursänderungen durch Angebots- und Nachfrageverhalten der Marktakteure. Eine Übersicht ausgewählter Leistungsbilanzen prozentual zum Bruttoinlandsprodukt wird vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. Bei einem Leistungsbilanzüberschuss steigt das Nettoauslandsvermögen des betreffenden Landes. Der Wert des Vermögens verändert sich dabei um den Saldo der Leistungsbilanz zuzüglich des Saldos der Bilanz der Vermögensübertragungen.

Bei einem Leistungsbilanzüberschuss sind die inländischen Ersparnisse höher als die inländischen Investitionen. Weil beim Leistungsbilanzüberschuss die erhöhten Deviseneinnahmen aus dem Export nicht wieder vollständig zum Import verwendet werden, wird andererseits kritisch eingewandt so etwa bereits von Adam Smith gegenüber dem Merkantilismus [7] , dass abseits des Beschäftigungseffektes lediglich nicht eingesetzte Devisen eingenommen worden seien.

Uneinheitlich ist die Bewertung des mit dem Bilanzüberschuss einhergehenden Nettokapitalexportes. Er wird von einigen Ökonomen etwa Hans-Werner Sinn als ein Zeichen für eine Standortschwäche und Kapitalabfluss zu Lasten der Inlandsinvestitionen angesehen [8] , anderseits werden die vermehrten Forderungen gegenüber dem Ausland auch von einigen Ökonomen als ein Zeichen für eine Standortstärke betrachtet.

Dies kann beispielsweise durch öffentliche Transfers oder Kapitalimporte der Fall sein. Dieser Einnahmenüberschuss kann sozusagen zur Finanzierung von anderen Zahlungsabflüssen dienen, die in anderen Teilbilanzen der Zahlungsbilanz erfasst werden.

Euro ins Ausland ab. Die Währungsreserven der Bundesbank zu Transaktionswerten verminderten sich um 2,9 Mrd. Euro in die Zahlungsbilanz ein, da der Verkauf von Währungsreserven zu einer Einnahme aus dem Ausland führt. Euro aus der Kapitalbilanz inkl. Kapital wurde also per Saldo im Ausland in der einen oder anderen Form angelegt. Insgesamt gleicht sich so die Zahlungsbilanz eines Währungsraumes immer aus.

Für einen derartigen Abfluss von Kapital gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits könnte man annehmen, dass Deutschland ein schlechter Unternehmensstandort ist und es sich somit nicht lohnt, hier weiter zu investieren. Es kann aber auch sein, dass es andere Standorte gibt, die eine höhere Rendite auf das eingesetzte Kapital bieten Emerging markets. Die damit verbundenen Zinszahlungen können dazu verwendet werden, den zukünftigen heimischen Konsum zu finanzieren.

Das kann sich z. Leistungsbilanzüberschüssen stehen Leistungsbilanzdefizite anderer Länder gegenüber, deren Verschuldung gegenüber dem Ausland also steigt. Viele keynesianische Ökonomen sehen in den im Euroraum bestehenden Leistungsbilanzdifferenzen eine Kernursache der Eurokrise , so etwa Heiner Flassbeck [11] , Paul Krugman [12] oder Joseph Stiglitz [13]. Verwendungsgleichung des Sozialprodukts für eine offene Volkswirtschaft:. Das folgende Beispiel soll die Entwicklung der Leistungsbilanz von Schweden in den Jahren — zeigen.

Bei der Darstellung der Leistungsbilanz des Beispiellandes Schweden am rechten Bildrand ist zu erkennen, dass seit dem Jahr bis hin zum Jahr die Leistungsbilanz stetig steigt. Dies bedeutet, dass der Export an Waren und Dienstleistungen in den Jahren — den Import überstiegen hat. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass ein positiver Saldo, wie er hier vorliegt, zwangsläufig eine Zunahme der Forderungen gegenüber dem Ausland bedeutet. Was bedeutet, dass die Einnahmen aus dem Handel mit Gütern und Dienstleistungen die diesbezüglichen Einzahlungen übersteigen.

Ein solcher Überschuss entspricht einem Defizit in gleicher Höhe im Ausland. Die Höhe der Exporte und Importe eines Landes wiederum stehen dabei in einem engen Zusammenhang mit der Höhe der Ersparnisse und den Investitionen einer Volkswirtschaft.

Dieser Zusammenhang lässt sich mathematisch wie folgt erklären:. Das Inlandsprodukt vermindert um Konsum und Staatsausgaben stellt die volkswirtschaftliche Ersparnis S dar, also:.

Setzt man beide Formeln in die oberste Gleichung ein, erhält man nach Umformung den Zusammenhang zwischen Ersparnis und Investition auf der einen und Nettoexport bzw. Leistungsbilanzsaldo auf anderen Seite:.

Dies zeigt, dass der Saldo der Ersparnisse und Investitionen dem Leistungsbilanzsaldo entspricht. Um die Wirkungen von Veränderungen bei der volkswirtschaftlichen Ersparnis bzw. Investition auf die Leistungsbilanz untersuchen zu können, wird bei der folgenden Betrachtung von einer kleinen offenen Volkswirtschaft mit vollkommener Kapitalmobilität ausgegangen. Daraus folgt, dass die Höhe der Ersparnisse und Investitionen vom Weltzinssatz bestimmt werden. Bei einem hohen Weltzinssatz werden demnach die Ersparnisse höher als die Investitionen sein.

Bei niedrigem Weltzinssatz wiederum werden die Investitionen höher als die Ersparnisse sein. Punkt 1 zeigt, dass bei einem niedrigen Weltzinssatz die Investitionen einer Volkswirtschaft höher als die Ersparnisse sind und sich ein Leistungsbilanzdefizit einstellt.

Punkt 2 zeigt den Weltzinssatz, in dem die Investitionen einer Volkswirtschaft den Ersparnissen entsprechen und die Leistungsbilanz ausgeglichen ist. Punkt 3 zeigt, dass bei einem hohen Weltzinssatz die Investitionen einer Volkswirtschaft niedriger als die Ersparnisse sind und sich ein Leistungsbilanzüberschuss einstellt. Wie bereits geschildert, führt die Verringerung des Weltzinssatzes zu einer Erhöhung der Investition. Wenn dieser Verbrauch über die aus der inländischen Produktion zur Verfügung stehenden Ressourcen steigt, kann dieser nur durch Importe aus der übrigen Welt gedeckt werden.

Durch den erhöhten Ressourcenverbrauch steht nur noch ein geringerer Teil der inländischen Produktion für den Export zur Verfügung, die Exportmenge sinkt bei zunehmenden Importmengen, was zu einem Überschuss der Importe über die Exporte führt und damit die Leistungsbilanz tendenziell in ein Defizit führt.