Ich investiere mein Geld passiv

 


Leider nicht zum Besseren. Ich muss also auf Basis irgendwelcher Fundamentaldaten und Prognosen an etwas glauben und auf Basis dieses Glaubens eine Entscheidungen zur Verteilung meiner in Indexprodukten aggregierten Investitionen treffen. Solange es nicht der eigene Arsch ist der brennt, kümmert sich niemand darum.

Schritt 2 ‒ Klären „Wie mutig bin ich?“


Der "gesunde Mix" hingegen war immer im vorderen Drittel dabei, wenn auch nie auf dem Spitzenplatz. Von daher würde ich nur auf die Branchen-ETFs gehen wenn du wirklich gezielt auf eine Branche gehen willst, oder aus z. Steigern hier Verleiherträge oder sonstige Einnahmen der Fondsgesellschaften, die durch das Eingehen von Risiken generiert werden, die Rendite? Durch unterschiedlich starkes Wachstum ändert sich die Risikoverteilung über die Zeit.

Eins verstehe ich noch nicht so ganz. Ein ETF verdient ja auch Geld z. Oder sehe ich da was falsch? Was ich über den Blog und Bücher mittlerweile gelernt habe ist, dass passives investieren in Indexfonds der beste Weg zum Ziel zu sein scheint. Nur die Anlagesysteme scheinen sich etwas zu unterscheiden, ich liebäugle also mit folgenden Varianten:.

Ich besitze leider kein Programm, bzw ausreichend Excel Kenntnisse, um langfristig die Performance zu vergleichen und die beiden Varianten zu analysieren. Über eure Meinung würde ich mich sehr freuen. Langfristige durchschnittliche Rendite von SmallCaps? Man braucht also Sitzfleisch. Wiederholt sich das ganze um ein weiteres Jahr, ist der komplette Teil des Portfolios in Aktien.

Ist das der Plan? Ich persönlich kann mit der extremen Übergewichtung von SmallCaps ggü. Bei "moving money into or out of a stock fund" kann man eigentlich aufhören zu lesen. Ob sich die "safe bond fund" z. Insgesamt rutschte das Tagesgeld 6 mal ins negative, am längsten von März bis November Wenn du sagst das du von Excel noch wenig Ahnung hast, würd ich das aber schnell mal ändern, denn im Gegensatz zur simplen statischen Allokation, die man fast noch im Kopf ausrechnen kann, braucht man dafür schon ein paar weitere Rechenschritte, und eben am besten eine Tabelle um nicht den Überblick zu verlieren.

Höhere Komplexität verspricht vielleicht bessere Performance, hat aber auch immer das Risiko, dass es schwerer ist sich langfristig auch wirklich an das System zu halten bzw. Was die Performance des Systems angeht, steht doch auf der Seite was http: Inwiefern das a glaubhaft und b für uns replizierbar ist, musst du selber beurteilen.

Wir Deutschen haben z. Gerade wenn du sagst, noch am Anfang des Berufslebens zu stehen, sehe ich da als ersten Kritikpunkt, dass du bei einem kleinen Depot erstmal u. Keine Ahnung ob du dir das antun willst. Ein weiteres Problem Barbaz hats schon angesprochen wird sein, wenn die Aktien zu lang und zu stark abkacken, wird auch bald der Anleihe-Teil aus dem du sie "zufütterst" aufgebraucht sein. Wie eben passiert.

Weiter gehts dann eigentlich nicht mehr. Wenn du das System benutzen willst, musst du es zuerst wirklich verstehen. Und um es zu verstehen, kommst du nicht umhin es in Excel zu programmieren.

Und dir kann beim klassischen Rebalancing nicht einfach so stellenweise das Anleihe Geld "ausgehen". Sympathisch fand ich daran, dass der Faktor des antizyklischen investierens automatisch mit eingebaut ist. Aber der Kostenfaktor für das quartalsweise Rebalancing ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Ich habe ein bisschen Hausaufgaben vor mir Danke Chris: Ich würde dann auf folgende Prozentzahlen gehen: Sinnvoll oder eher nicht sinnvoll?

Warum willst du das machen? Und für wie lange? Ich meine, das kann man ja von mir aus gern machen, wenn man sich von einer bestimmten Region oder Branche etc. Also letztendlich die historisch entwickelte Meinung aller Marktteilnehmer zusammen. Wer eine davon abweichende Meinung hat, kann damit langfristig besser oder schlechter liegen in den letzten Jahren liefen Amis zB. Da kannst du die Verteilung ganz nach eigenem Gutdünken austarieren, ohne gleichzeitig unnötige Überschneidungen einzugehen, und langfristig durch das Rebalancing die unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung der einzelnen Regionen antizyklisch glättend ausgleichen.

Ansonsten lies auch nochmal, was der Wesir schon zu Sinn und Unsinn verschiedener ETF-Aufstellungen von einfach bis komplex geschrieben hat http: Hallo Finanzwesir, der Beitrag war wirklich interessant für mich.

Die Festgeldleiter klingt interessant. Das werde ich wohl bald mal in Angriff nehmen. Meine Reserve auf dem Tagesgeld ist allerdings deutlich niedriger. Allerdings bin ich auch ledig, habe kein Auto und kaum Risiken, die ich im Notfall wuppen muss. Auf dem Blog von Der Finanzfisch gibt es hierzu diesen Artikel: Näheres kann auf iShares.

Ich finde keine verständlichen Informationen. Kann jemand von euch erklären, worum es hier geht? Das sollte normalerweise nichts weltbewegendes sein, und als kleiner Privatanleger kriegt man von solchen Vorgängen im Hintergrund ja auch nicht viel mit. Matthias Könnte sich um https: Erklären kann ich es aber nicht. Klingt nicht besonders aufregend, obwohl ich das inhaltlich nicht bewerten kann. Merkwürdig fand ich nur den "Standardsatz" meiner Bank am Ende der Mitteilung, die besagt, dass ich die betroffenen Fonds verkaufen kann, wenn ich damit nicht einverstanden bin.

Das hat mich etwas hellhörig gemacht, da ETFs sowieso, also unabhängig von ggf. Das steht generell bei so ziemlich allen solchen Mittelungen dabei, Standard eben, ist wohl auch rechtlich so vorgeschrieben - damit es eben ja keiner "vergisst" , dass man sich, wenn einem die Änderungen nicht gefallen, auch vom Produkt trennen kann.

Gibt ja auch einige "wesentlichere" Änderungen, bei denen tatsächlich Handlungsbedarf bestehen könnte wenn zB. Ein gelungener Artikel zu einem einfachen und robusten Investitionsansatz. Ich denke ein Weltportfolio ist genau das Richtige für die meisten Leute, da man nicht viel Zeit in Planung und Umsetzung stecken muss.

Ich möchte mich hier mit einem kleinen Beitrag einbringen: Ich berechne unter anderem die tatsächliche Netto-Wertentwicklung d. Verlustverrechnungstopf , Geld-Brief-Spanne, etc. Ich selbst war eine ganze Weile auf der Suche nach entsprechenden Informationsquellen solcher Simulationen , man findet nichts, also habe ich selbst etwas programmiert.

Es hat sich herausgestellt, dass es wichtig ist, all diese Faktoren vor allem Steuern! Natürlich ist die Wertentwicklung in der Vergangenheit kein Garant für ähnliche Ergebnisse in der Zukunft, aber man sollte ein Gefühl dafür haben, was typischerweise möglich ist. Auf dem Blog von Christopher gibt es hierzu diesen Artikel: Aufbau einer Liquiditätsreserve von 7.

Ob dein risikoarmer Anteil nun in Tagesgeld, Staatsanleihen, Pfandbriefen oder Sparbriefen liegt, bleibt dir überlassen Einlagensicherung beachten.

Für Anfänger würde ich eigentlich empfehlen, den Notgroschen vom sonstigen Investmentportfolio erstmal direkt zu trennen, gedanklich und praktisch durch ein eigenes Konto. Denn, wir erinnern uns, was ist denn überhaupt der Sinn davon? Unvorhergesehene, kurzfristige Eventualitäten und Notlagen schnell und unkompliziert überbrücken zu können Liquidität eben ohne in die Schulden geraten zu müssen wenn man überhaupt keine Rücklagen hat , oder gezwungen zu sein Investmentkapital ungewollt zu veräussern wenn man es darin gesteckt hat.

Natürlich kann man es auch gemeinsam im RK1-Anteil mit unterordnen, allerdings sollte man dann auch weiterhin immer gedanklich klar trennen können, wieviel Prozent davon zum Investment gehören also zB.

Die genaue Höhe der Reserve entspricht dabei, abseits aller x-Monatsgehälter Daumenregeln, in der Praxis meist immer nur dem jeweils individuellen Sicherheitsbedürfnis, Ansprüchen und Lebenssituationen der Leute. Wie würdet ihr euch verhalten? Mhm schauen wir erstmal an was die Comstage selbst dazu sagt: Hallo Tobi, das wird nicht das letzte mal sein, dass irgendwas anders läuft als von dir erwartet.

So ist das Leben eines Anlegers. Da ich bezüglich Comstage in der gleichen Lage wie du bin, kann ich deine Irritation verstehen. Ich harre der Dinge. Alles halb so wild. Laufen lassen, solange du damit zufrieden bist. Ist doch wumpe, wer das übernimmt; deine Kohle zählt zum Sondervermögen. Ich beschäftige mich mit diesem Thema erst dann, wenn es sich konkret stellt, vorher nicht. Ärgerlich wäre es natürlich, sehr sogar. Tja das ist ärgerlich. Aber bei Comstage mit dem synthetischen Gebilde drum rum?

Soviel von diesem Sauhaufen möchte ich mir eigentlich nicht gern ins Depot legen Das ist eigentlich der einzigste Grund was mich immer noch bei den Einzeltiteln hält, obwohl mir klar ist, dass das langfristig gesehen wahrscheinlich nicht der beste bzw.

Und meine Alterversorgung würde ich bestimmt nicht auf Comstage und Swaps setzen. Wird Frau Merkel bei der nächsten Finanzkrise vor die Kamera treten und verkünden: Das macht sie auch nicht bei Einzelaktien, aber gute Unternehmen haben bisher alles überlebt.

Im Übrigen investiere ich seit Oktober eine Woche nach dem Crash habe ich meine ersten Bayer-Aktien gekauft und bin sehr gut damit gefahren. Stutzig macht mich vor allem, wenn Viele das einzig Richtige erkannt zu haben glauben ETF's , dann wars langfristig an der Börse eingentlich immer das Falsche.

Wobei auch ich z. Wenn dann also ein solcher ETF falsch ist, dann sind deine ausgewählten Einzelaktien auch falsch, oder? Was soll nach der Umstrukturierung negatives passieren? Ich könnte zu Luxor wechseln nur macht das Sinn?

Da hast du natürlich recht. Gerade bei Leuten, die Gebühren im Promille-Bereich vergleichen und sparen wollen, habe ich meine Bedenken, ob die erhebliche vorübergehende Verluste des Kapitals durchstehen werden. Und für mich persönlich stellt die Beteiligung an internationalen Konzernen eine werthaltigere Anlage dar als an einem Swap-Produkt. Auf pysische reproduzierende ETF bezog sich die Kritik nicht. Ich kenne mehrere Freunde und Kollegen, die inder Finanzkrise und Anfang die damals stark beworbenen Zertifikate mit hohen Verlusten auf den Markt geworfen haben.

Aber ich möchte meine Erfahrungen nicht verallgemeinern, vielleicht ist es ja beim nächsten Mal anders Ich suche schon lange nach einem marktbreiten ETF mit geringem Finanztitelanteil. Das ist mir viel zu gefaehrlich, um den ueberwiegenden Teil meines Portfolios oder gar alles hierein zu investieren. Bei just ETF bin ich nicht fuendig geworden. Alternativ sollte man bei einem groesseren Depot m.

Danke für eure Antworten - ich mache es ganz einfach passiv: Und wenn jetzt Pharma die neuen "Nieten" sind? Zum Beispiel, weil die neue Präsidentin Clinton massiv gegen deren Preise vorgehen möchte? Gemessen an den KGVs was man nicht isoliert betrachten darf sind Qualitätswerte aktuell in einer Preisblase, weil eben "alle" so denken. Da ist viel Luft drin, die bei einer Korrektur abgelassen werden kann.

Naja, ob man noch wirklich von "marktbreit" sprechen kann, wenn Finanzunternehmen rausgenommen werden egal wie man sie findet, gehören sie halt auch zum Markt dazu sei mal dahingestellt. Wenn du wirklich partout keine Finanzunternehmen dabei haben willst, musst du dir wohl oder übel dein Portfolio von grund auf selbst bauen, um auch wirklich die Kontrolle darüber zu behalten, zB mit ETFs für die übrigen Branchen oder gleich ganz mit Einzeltiteln. Ist dann zwar auch nicht mehr "marktbreit" und hat demgegenüber auch seine eigenen Risiken, aber haja investieren ist halt immer nur ein Abwägen von Kompromissen, und irgendeinen wird man halt eingehen müssen.

Weak hands, kennt man ja - schon immer so gewesen, wird auch immer so sein. Ich investiere seit zwei Jahrzehnten und sag auch jedem gerne dass man dafür eben ausreichend Durchhaltefähigkeit mitbringen muss, ob sie dass auch umsetzen ist halt ihre Sache.

Wunderbare Informationen zu einem wichtigen Thema, das ich nun endloch selber in die Hand nehmen möchte. Ich bin 30 und habe zu Arbeitsbeginn mit 25 einen fondsbasierten Riestervertrag abgeschlossen und frage mich nun was ich damit machen soll.

Klar ist, die Abschlusskosten sind bezahlt aber die jährlichen Verwaltungskosten, die Unsicherheit einer Versicherung die nächsten 30 bis 37 Jahre auageliefert zu sein behagt mir beim Thema Altersvorsorge nicht. Nur was mache ich mit dem Riestervertrag: Dann fragst du, wieviel du raus bekommst, wenn du den Vertrag jetzt auflöst und dir das Guthaben auszahlen lässt.

Mit diesen Zahlen kannst du dann hier link: Ich habe meinen Riester auch nach ca. Die Zuschüsse und Steuervergünstigungen werden natürlich einbehalten. Du kannst den Vertrag natürlich auch weiterlaufen lassen und ihn als RK1 Kapital verbuchen. Danke für den tollen Überblick zu anderen gleichgesinnten. Das hilft mir sehr meinen eigenen Blog zu gestalten und neue Investment Ansätze zu sehen. Stefan Hier findest du eine Vorlage mit Google Sheets mit der du easy dein Depot und die performance tracken kannst www.

Auf dem Blog von Lucky 7 gibt es hierzu diesen Artikel: Live Updating Portfolio tracker. Eine Sache die mir bei aller Risikoabschätzung aber nicht ganz klar geworden ist, bzw die ich gerne konkret bestätigt hätte ist die Sache mit der Liquiditätsreserve, die bei den meisten Einsteiger Artikeln zur Erstellung eines Portfolios sogar komplett ausgelassen wird. Unter Gesamtvermögen verstehe ich - nunja, mein gesamtes Vermögen, würde sie also als Teil dessen rechnen.

Nach meinem Verständnis wäre das mein "Portfolio", meine Liquiditätsreserve müsste aber noch oben drauf kommen? Ohne zusätzliches Kapital müsste ich also meine Portfoliogewichtung gedanklich ändern oder den Aktienanteil reduzieren. Ist das so richtig? Die Sache mit der Reserve wird im Allgemeinen ziemlich ausgeschwiegen oder nur kurz angekratzt, was ich sehr verwunderlich finde. Erst durch einen Kommentar hier zu diesem Artikel bin ich überhaupt auf meinen wohl bisherigen Denkfehler aufmerksam geworden, dass die Reserve nicht Teil des risikoarmen Anteils ist Die Liquiditätsreserve ist für Konsum und Notfälle gedacht und hat mit Geldanlage nichts zu tun.

Das Portfolio hingegen besteht aus einem riskanten und einem mehr oder minder sicheren Teil. Der sichere Teil kann eben auch Tagesgeld sein. Das darf aber nicht für Konsum- oder Notfallzwecke angetastet werden. Finanzfeuerwehr bestimmen und dann den Rest ins Portfolio und aufteilen zwischen risikobehaftet z. Wenn wir den Begriff "Liquiditätsreserve" mal aufdröseln, werden darunter oft zwei verschiedene Dinge verstanden, die aber eigentlich unterschiedlich sind und wir der Klarheit halber erstmal nicht vermischen wollen.

Einmal der klassische "Notgroschen", also eine bestimmte vorgehaltene Summe an Rückstellungen um unerwartete persönliche Sonderausgaben schnell und flexibel begleichen zu können. Und dann wird der Begriff eben auch noch oft so verwendet wie bei dir? Prinzipiell natürlich ja, für ihren Einsatzzweck kommt es eben darauf an welche Art von Liquiditätsreserve du meinst. Beispielhaft, "die Waschmaschine ist kaputt und eine neue muss her" ist eine Aufgabe für den Notgroschen, während der risikoarme Teil des Investmentvermögens dafür zuständig sind beim Aktiencrash im Rebalancing die ursprüngliche Allokation wieder herzustellen indem man aus dem risikoarmen Anteil umschichtet.

Inwieweit man das nun gedanklich, und konkret auf verschiedenen Konten trennen will ist jedem selbst überlassen, solang man eben nicht in Verlegenheit kommt, wenn die Waschmaschine kaputtgeht während gleichzeitig auch Börsenkrise ist. Je nachdem wie du halt gedanklich kontierst. Zum Investieren steht dann nur noch das zur Verfügung, was über den Notgroschen hinaus geht in deinem Beispiel also zwar erstmal weniger als Der "risikoarme Teil des Investmentvermögens" ist nun dazu da, die unvermeidlichen Aktienschwankungen, bezogen aufs Gesamt investment vermögen, in erträglichen Grenzen zu halten.

Super, vielen Dank an euch drei. Das waren ausgesprochen klare und hilfreiche Antworten. Ich bin froh das Missverständnis noch bemerkt zu haben, denn das Thema wird wie gesagt meistens nicht klar genug angesprochen. Wann werden die Gebühren für einen ETF eigentlich fällig? Werden die beim Kauf nach Verkauf oder nach einem Jahr fällig? Über das komplette Jahr gesehen entstehen dann Kosten in Höhe von z. Verkaufgebühren fallen natürlich eben dann an.

Du musst da gar nichts mehr machen, das ganze mindert also "nur" die Performance des Fonds. Sinn hat mal bemerkt: Ich bin mich seit einiger Zeit intensiv über Investmentmöglichkeiten am informieren und freue mich über solche konstruktive Blogs, wie deinen.

Dies bringt mich enorm weiter! Jedoch habe ich noch ein Anliegen, bzw noch etwas nicht ganz verstanden Sollte man dann nicht lieber bevorzugt in ein ETF investieren, der in Euro gehandelt wird? Wenn man weltweit diversifiziert anlegen will, kommt man um das Währungsrisiko nicht herum. Irgendwo wurde hier darüber auch schon ausgiebig diskutiert. Hallo Max, schaum mal hier: Hallo Max, oder schau mal hier: Du hast natürlich recht das wenig Komplexität und somit wenige und einfache Titel im Depot der key sind und sehr lange Rattenschwänze vermeiden.

Eine faktor prämie möchte ich trotzdem nicht missen, da empirisch belegt und nicht kompliziert. Es gibt inzwischen auch echt günstige small cap etf. Und jetzt gehe ich noch weiter: Es wäre ein oder zwei Positionen mehr und bei berkshire hat man sich die laufenden Kosten gespart? Smallcaps wurden zB hier auch schon besprochen https: Von daher also - wenn du in Smallcaps anlegen will, mach das gerne, da wird dir hier niemand widersprechen, und einige hier machen das ja auch.

Das ist doch belanglos, was andere meinen. Formal gibt es nichts einzuwenden, da es keine überteuerten Abzockprodukte der Finanzindustrie sind. Es gibt nur ein Muss: Kannst Du für Dich begründen, warum diese Depotkonstellation langfristig die von Dir gewünschte Rendite abwerfen wird und Du deshalb auch in Krisenzeiten nicht verkaufen wirst?

Mit diesen Depots ist es wie mit den Frauen. Deine Traumfrau ist Deine Traumfrau - unabhängig davon ob ich neidisch bin oder nur den Kopf schüttele.

Es gibt da keine abzuhakende Checkliste sondern nur ein: Bei der "faktor prämie" ist Vorsicht angesagt. Zweitens sind Prämien für einzelne Faktoren zeitlich variable, und es ist keineswegs gewiss, dass bestimmte Faktoren eine positive Rendite in der Zukunft haben. Es gibt zwar verschiedenste Erklärungen, warum einzelne Faktoren mit einer Prämie belohnt werden sollten Value und Small Caps sind riskanter, Momentum spiegelt menschliches irrationales Verhalten wieder, usw.

Das ist meiner Meinung nach ziemlich naiv, irgendwo gab es dazu mal den passenden Ausspruch: Es spricht nichts dagegen Small Caps in sein Portfolio mit aufzunehmen, doch man sollte sich da ein paar Fragen stellen:.

Hallo Finanzwesir, ich bin begeistert von Deinen treffenden und klaren Darstellungen. Helfen mir, bei der Geldanlage einfach, klar und konsequent zu bleiben. Zum Thema Aktien habe ich jedoch eine Frage: Die Welt schrieb kürzlich, an der Börse werde es einsam, will sagen, vom Aktienmarkt verschwinden seit Jahren mehr Unternehmen als dazu kommen.

Dies sei eine Gefahr für Anleger und Sparer. Auf Deiner Seite habe ich keine Betrachtung zu diesem Sachverhalt gefunden. Wie siehst Du die Situation? Eine Wertung davon entzieht sich meinem Dienstgrad, ob das also "schlimm" ist, und wie schlimm genau, soll mir ruhig jemand anderes erklären der sich damit besser auskennt: Wen die Fakten etwas tiefer interessieren, kann sich zB diesen Report zum Thema von der Credit Suisse durchlesen http: Am Schluss wird auch noch relativ beiläufig erwähnt, dass das hpts ein ziemliches US-spezifisches Problem zu sein scheint, in anderen, aufstrebenden Teilen der Welt gibt es noch positivere IPO-Aktivität.

Ich lese hier immer wieder, dass ein Portfolio zu einem "passen" soll. Das kann ich ja noch nachvollziehen, was die Gewichtung Risikoteil zu risikoarmer Teil betrifft. Ich verstehe auch noch "einfach" vs. Und dass man bei einem Die Diversifikation bei den Aktien ist aber doch weniger eine Frage des persönlichen Geschmacks sondern eine Frage der wissenschaftlichen Fakten.

Hat das mal jemand simuliert, von welcher Art Abweichungen Risiko, Zuwachs etc. Oder geht das alles im Rauschen der Unsicherheit unter? Kann man am Ende des Tages wirklich machen, was man persönlich als gut "empfindet"? So nach dem Motto: Macht eh keinen seriös bewertbaren Unterschied". Ich meine das wirklich nicht sarkastisch, aber das wäre dann ja wohl wirklich ein Armutszeugnis für jegliche finanzwissenschaftliche Forschung im Bereich Diversifikation bei passiven Strategien.

Wenn ich schon jedem Basispunkt bei den TERs nachlaufe, sollte ich das nicht auch beim Allocation-Tuning tun, solange ich nicht in ein totales Overengineering mit 20 Produkten hineinlaufe? Und bitte sagt mir jetzt nicht: Ich bin kein Experte, aber ich hätte gerne belastbare Argumente und wenn der ganze Allocation-Tuning Aufwand auch für engagierte Privatanleger wirklich nur Woodoo ist, dann soll es mir auch recht sein: Eine Schwierigkeit ist m.

Also was glaube ich, was die Zukunft bringen wird: Wird sich Europa besser entwickeln als die USA? Schaffen es die Schwellenländer aufzuholen? Kaufen Firmen wie Apple alle innovativen kleinen Firmen auf?

Werden Rohstoffe wie ÖL überflüssig? Oder steigt der Meeresspiegel um 2 Meter? Auf diesen Glaubenssätzen basiert dann die eigene Strategie, also z. Aber da es die Zukunft betrifft, ist alles Spekulation.

Ob ich richtig liege? Rückblickend kann man heute sagen, welche Strategie man früher hätte nehmen müssen, die Zukunft ist ungewiss. Die Asset-Allokation Portfolio-Konstruktion ist mehr Kunst als Wissenschaft und beruht darauf, dass man die Zukunft nicht vorhersagen kann und die Märkte ziemlich effizient sind.

Die moderne Portfoliotheorie kann dabei ein Leitfaden sein, demnach wäre das Tangentialportfolio theoretisch das globale Marktportfolio, alle investierbaren Assets nach Marktkapitalisierung gewichtet das effizienteste Portfolio welches am meisten Rendite pro Risiko erwarten lässt.

Vom Prinzip her weicht aber jeder Anleger von diesem Ideal ab, aus den verschiedensten Gründen:. All das können gute Gründe sein vom Ideal-Portfolio abzuweichen, solange man dabei das Prinzip der Diversifikation nicht aus den Augen verliert, sollte man trotz Abweichungen ein gut genuges effizientes Portfolio zusammenbauen können.

Nur wenn man zu stark vom Markt abweicht, dann geht man evtl. Ob man nun bestimmte Risiko-Faktoren oder riskantere Aktien höher gewichtet, ist echt Geschmackssache, höhere Renditen können zwar erwartet werden, aber sie werden nicht garantiert.

Ein Extremfall wäre nur noch in die Aktien eines einzelnen "Emerging Markets Small Cap Value Quality Momentum" Unternehmens zu investieren, da geht man sehr viel Risiko ein, aber hat man wirklich Grund zur Annahme dafür eine entsprechend höhere Rendite zu erhalten???

Man kann Glück haben und eine von den wenigen Überflieger-Aktien erwischen und in kurzer Zeit den Vermögensaufbau abgeschlossen haben, oder man erwischt eine von den vielen Nieten und kann nach kurzer Zeit den Vermögensaufbau nochmal von vorne beginnen. Die Performance von aktivem Fondsmanagement siehe z. SPIVA reports zeigt recht deutlich, dass die Märkte noch effizienter sind als anscheinend viele aktive Investoren glauben, und somit sehr schwierig langfristig auf risikoadjustierter Basis zu schlagen sind.

Danke für die Infos. Ich nehme also mit, dass es eine theoretisch ideale Verteilung gibt, die das Risiko in beide Richtungen begrenzt Gewinne und Verluste. Quasi der "konservative" passive Ansatz. Ob der ideale Verteilungsschlüssel die Marktkapitalisierung oder das BIP oder eine Mischform davon ist, ist leider nicht bewiesen.

Zumindest hätte ich gehofft, dass es dazu belastbare Studien gibt. Ich habe solche Studien aber nicht gefunden. De facto ist bei Indexinvestoren offenbar die Marktkapitalisierung die herrschende Lehre.

Der Anteil der EM ist hier nur bei ca. Und dann mögen speziell die US Unternehmen auch noch überbewertet sein, aber das wäre schon wieder Marktspekulation und Timing. Die Frage ist offenbar, wer macht in Zukunft das börsenrelevante Geschäft? Weiterhin die aktuell weltweit dominierenden Unternehmen der Industriestaaten oder eben die EM selbst?

ETF gibt es auch nicht. Was bleibt also zu tun? Einfach der reinen Lehre der passiven Indexinvestoren folgen, die an die Aussagekraft der Kapitalisierung glauben oder einen anderen Weg gehen? Das ist aber doch wieder Timing. Ich muss also auf Basis irgendwelcher Fundamentaldaten und Prognosen an etwas glauben und auf Basis dieses Glaubens eine Entscheidungen zur Verteilung meiner in Indexprodukten aggregierten Investitionen treffen. Parallel dazu verändert sich die Architektur der Indexprodukte laufend, diese sind ja auch nur von Analysten erschaffen worden siehe die aktuelle Diskussion bei MSCI wie stark China in den Index genommen werden soll.

Wenn ich also meine Indexprodukte selbst gemischt habe, dann muss ich darauf achten, dass meine Glaubenssätze weiterhin ausreichen repräsentiert sind und damit die Verteilungschlüssel analog zum periodischen Rebalancing an Makro-Faktoren anpassen. Ein rein passiver Ansatz ohne jegliches Tuning erscheint mir daher für "Do it yourself Portfolios" als Illusion.

Dann darf ich aber gar nicht mit dem Mischen von verschiedenen Produkten anfrangen. Und damit bin ich wieder bei meiner erste Frage. Soll ich mir selbst ein Mischungsverhältnis definieren und wenn ja, was wäre der realistisch zu erwartende Vorteil aus dieser Strategie? Wie verändert sich mein Risiko? Gibt es dazu zumindest qualitativ fundierte Aussagen oder bin ich wieder bei Glauben und Kunst? Die Mischung ist egal, siehe https: Die Börse hilft uns nicht arm zu sterben, aber sie macht uns nicht reich.

Das Marktportfolio stellt das Optimum in der Portfoliotheorie dar und es ist nach Marktkapitalisierung gewichtet. Die "BIP-Gewichtung" hat keine Basis in der Finanzmarkttheorie, es ist mehr ein praktischer Erklärversuch um abweichende Gewichtungen zu rechtfertigen.

Es gibt tatsächlich unglaublich viele Studien, die sich mit Marktanomalien, verschiedensten Investment-Strategien oder Faktoren beschäftigen, leider besteht nur selten Einigkeit unter den "Experten".

Und viele Erkenntnisse lassen sich in der Praxis auch nicht nutzen, da in den Studien gerne mal Kosten und Steuern ignoriert werden oder die Studien schlichtweg Fehler beinhalten. Mit dieser Unsicherheit muss man als Investor halt leben. Aber auch hier gibt es keine Garantie, dass man damit höhere Renditen in der Zukunft erhalten wird. Du solltest erst einmal für dich selbst klären, ob du lieber aktiv oder passiv investieren möchtest, da tickt ja jeder anders.

Für einen passiven Investor sollte das nach Marktkapitalisierung gewichtete Marktportfolio die Basis darstellen, alle Abweichungen davon sollten einen guten Grund haben, wie z. Der passive Investor wählt eine fixe Asset-Allokation mit der er durch dick und dünn gehen will, kein Stockpicking und kein Market Timing.

Vielen Dank für das ausführliche Feedback zu meinen Fragen. Dann werde ich mal auf die optimale Asset Allocation und auch das Rebalancing innerhalb des Aktienteils in meinem Portfolio pfeiffen. Kostet offenbar eh nur unnötig Gebühren und Steuern. Ich habe in diesem Jahr ein Depot im Wert von Euro angespart. Ich hatte bisweilen zuletzt immer Die Gebühren dementsprechend hoch, vor 2 Tagen die Kurzschlussreaktion, alle Fonds verkauft!

Oben genannte Fonds 2-monatlich für die nächsten Jahre besparen, vorausgesetzt am Mast festgebunden und die Ohren mit Wachs verschlossen ich knalle nicht vorher durch. Ich weiss, alle meine Vorstellungen scheinen sehr kompliziert, am liebsten wäre mir die 1, 2 oder 3 Fonds Lösung. Aber Verteilung nach Marktkapitalisierung finde ich bescheuert, auch passt es mir nicht das z.

Dein Motor läuft und jetzt leg den Gang ein und gib Gas, wenn du vorwärts kommen möchtest und vor allen Dingen lass die Emotionen raus ".. Der Rest kommt weg! Nuja, da dass jetzt nicht wirklich ne konkrete Frage auf irgendwas im Einzelnen ist, bleibt ja nur eine allgemeine Kommentierung dessen was du so geschrieben hast.

Ich schau mal was mir so auffällt:. Du bist seit einem Jahr investiert? Und dann in diesen Fonds? Frage - hast du die dir selbst rausgesucht? Mit welchen Überzeugungen, welchen strategischen Grundüberlegungen? Und bestehen diese immer noch, oder haben die sich geändert? Oder waren das Fonds vom Bankberater? Und jetzt hat sich das alles geändert? Was sind deine neuen Grundüberzeugungen, deine strategische Ausrichtung und die theoretischen Hintergründe, mit denen sie unterfüttert werden und wie fest sind die?

Weil als einziger Grund gegen die Fonds wurde nur beiläufig erwähnt "Gebühren zu hoch", aber erstens, das konnte man doch schon vorher sehenden Auges erkennen, und zweitens, nuja die Entscheidung aktive oder passive Anlage sollte eigentlich schon an tiefgründigeren Aspekten gemacht werden, also einfach grundlegend von wessen Sinnhaftigkeit man eher überzeugt ist. Also eigentlich ist es besser, anstatt das wir dir was erklären, dass du erstmal umgekehrt uns was erklärst, und zwar die Hintergedanken deiner aktuellen ETF-Verteilungswünsche.

Wenn du die offenlegst und darstellst, welcher Plan dahintersteht, und welchen Sinn du dir davon erhoffst, können wir ja schauen ob das zusammenpasst oder nicht. Das sage ich nur, um nicht nochmal einfach ins blaue alle bereits hier gesagten Grundlagen des passiven Investierens wiederholen zu müssen, und verweise dazu lieber auch auf die schöne Übersichts-Artikelliste. Ich empfehle nochmal die Lektüre der Artikel, da steht vieles schon drin was dir hilft deine Fragen auch wenn du jetzt eigentlich garkeine konkret bezogenen, nur ein allgemeines "sagt mal was dazu", gestellt hattest, was auch nicht besonders förderlich ist selbst zu beantworten, und das ist ja das Ziel hier.

Warum ist dir das "unsympathisch", und was würdest du stattdessen lieber machen? Deine Vorstellungen sind nicht kompliziert, nur ein bischen widersprüchlich. Und was die "Realität" angeht So einfach, nichts weiter. Das kann man anders sehen, und meinen dass aus X Y Gründen der "korrekte" Anteil von zB China "in Wirklichkeit" Z Prozent betragen sollte, aber am Ende ist das alles auch nur immer wieder dieselbe alte Gretchenfrage: Wie will man den "korrekten" Anteil eines Landes bzw den Unternehmen im Index eigentlich bemessen?

Da gibt es verschiedene Ansätze, alle mit ihren Pros und Contras. Marktkapitalisierung ist halt einer davon, und es hat schon seine Gründe, warum sich der jahrzehntelang als Standard etabliert hat lies dich darüber halt ein bischen ein, um den Argumenten besser folgen zu können. Okay, dann beschreib mal worauf sich deine Gewichtungsmethoden beziehen, systematisiere das in ein Regelmodell und mach ein paar Backtests, erst dann ist das wirklich was wert worüber man ernsthaft diskutieren kann.

Kurzschlussreaktion, alle Fonds verkauft" " Hallo, heute quaele ich Euch mit weiteren Spitzfindigkeiten: Manege auf fuer Excel-Hokuspokus 4. Ausloeser waren gutgemeinte und wertvolle Posts wie die von ChristophG https: Weil sie unnatuerlich sind! Die allergroesste Mehrzahl der Sparer-Zyklen sieht doch so aus:. Man spart also als junger Mensch eher wenig, danach ein bisschen und zum Ende hin immer panischer? In Wirklichkeit muesste der Sparplan-Anteil noch zum Ende hin ansteigen, weil bei den meisten Erwerbsbiographien erst zum Ende die Sparraten stark ansteigen.

Das kann dann "gut" sein wenn dann gerade Baisse herrscht oder "schlecht" wenn's nur hoch geht bis zum Entsparzeitpunkt - das hat man nicht in der Hand. In der Wissenschaft wurde deshalb ernsthaft erforscht und vorgeschlagen als junger Anleger mit Hebel 1,,5x zu "investieren", um das Investitionspfad-Risiko zu mindern Abzug , Wiederanlage d.

Sparrate in Anteile umrechnen und ueber den Zeitverlauf akkumulieren,. Dein Retter, der Sparplan "glaettet" jetzt aber alles: Freue dich, wenn's runter geht und du noch mind.

Volatilitaet ist Sparplaners-Freund, nicht dein Feind! Jetzt weisst du Bescheid. Karsten, rechnet in seinem Post diese Woche vor, weshalb er persoenlich so gut wie keine Notfall-Reserve emergency fund haelt. Damit stellt er sich ketzerisch gegen die weitlaeufig akzeptierte Mehrheitsmeinung irgendetwas zwischen Monatsverbraeuchen fuer Unvorhergesehenes in zB Tagesgeld zu halten zB f.

Waschmaschine, Auto-Reparatur, Arbeitslosigkeit, unvorhergesehene Notfall-Ausgaben und jedem Anfaenger wird geraten erst mal so ein Wohlfuehl-Polster aufzubauen, bevor es endlich an einen Depot-Sparplan geht Fuer mich persoenlich spielen die Opportunitaetskosten einer Notfall-Reserve keine so grosse Rolle mehr.

Wenn das "Spiel gewonnen ist", kann man sich natuerlich einen Porsche, Schwimmbad, Yacht oder fettes "Notfall-Reserve-Polster" leisten.

Wenn man erst noch dahin will, muss jeder selbst entscheiden, wie "hart er am Wind Segeln will". Immerhin, die Argumentation von Karsten ist gut und korrekt.

Oder was meinst Du erst seinen Post lesen? Interessante Betrachtungen, die du da zusammengefasst hast. Ich geb' mal meinen unqualifizierten Senf zu dem Artikel dazu:. Fazit für mich man kann das aber auch anders sehen: Mag sein, dass mir ein paar Prozent Rendite durch die Lappen gehen, dafür schlafe ich besser: Zum Inhalt allgemein, haja das sind halt so typabhängige Excelgeschichten.

Ich könnte dazu auch einige Beiträge amerikanischer Finanzblogger rauskramen, die in eine ähnliche Richtung gehen - zB wo mal vorgerechnet ;- wurde dass die "übliche Empfehlung", man solle ja im Alter seine Aktienquote reduzieren, historisch meist "unvernünftig" war im Sinne von: Man muss halt nur die Schwankungen aushalten, und das ist eigentlich der ganze Knackpunkt bei solchen Geschichten - die Übertragung von Excel-Theorie in Lebens-Praxis.

Ich traue den Finanzbloggern, die sowas durchrechnen, und einer Minderheit ihrer aufgeklärteren Leser solche konsequente Durchhaltefähigkeit schon durchaus zu, aber habe über die allgemeine breite Massentauglichkeit doch so meine Zweifel, weil die Mehrheit der Leute dann doch nicht so rationale homo oeconomicusse sind wie es das Konzept vorraussetzt.

Aber daran kann man ja arbeiten: Ist ja dasselbe wie bei der Diskussion die wir auch hier schon öfter hatten: Mir egal wie, hauptsache die Leute kommen überhaupt mal zum Investieren. Historische Betrachtungen können durchaus sinnvolle Aussagen machen, man muss nur gewisse Einschränkungen beachten.

Erstens, eine längerfristige Betrachtung ist immer mehr Wert als eine kürzerfristige - idealerweise sollten mindestens mehrere Makrozyklen, also Jahrzehnte, mit Aufs und Abs, betrachtet werden, je länger umso mehr Verallgemeinerungspotential hat das ganze, wegen mehr Datenpunkten, weniger zeitpunktabhängiges Zufallsrauschen.

Und umgekehrt gehts natürlich auch nicht. Über die kurzfristige Zukunft lässt sich sowieso nichts sinnvolles sagen. Aber aus dem allgemeinen langfristigen Aufwärtstrend des Aktienmarktes seit über hundert Jahren kann man zB aber zumindest die berechtigte Überzeigung ableiten, dass er auch in weiteren hundert Jahren sehr wahrscheinlich noch höher als heute stehen wird.

Drittens, man muss ein gewisses Verständnis für Statistik, insbesondere Verteilungsfunktionen entwickeln. Nein im Gegenteil, das was am Ende so lapidar als "langfristige Durchschnittsrendite" zusammengefasst wird, setzt sich im einzelnen aus vielen verschiedenen Jahresrenditen zusammen, die auch weit von diesem Mittelwert abweichen können und tun.

Das war so, ist so, und wird auch weiter so bleiben, also muss man damit umgehen können. Wenn man die Barreserve immer gebraucht, ist sie bald auf gebraucht, und damit keine Reserve mehr. Aber wie gesagt, da muss jeder selber entscheiden, welches Kontenmodell am besten zu ihm persönlich passt. Das betrifft einen Anfänger natürlich viel mehr als so alte Hasen wie es Joerg am Ende schon angesprochen hat - wer wie wir schon ein gewisses Depotvolumen aufgebaut hat, der könnte sich auch bei einer Krisenhalbierung davon trotzdem auch noch tausend neue Waschmaschinen leisten, wenns denn nötig wäre: Oder wenn es bei dir anders waere, koenntest du vielleicht den Markt mit deinen pers.

Wieviele von uns halten aber sogar 10, 15, 20k "zuviel"? Moin Chris "wen meine ich mit DU"? Tja eigentlich nur Niko und Dich Ihr seid die einzigen zwei, die meinen Post gelesen und kommentiert haben ;-.

Also bei "DU" denke ich immer an dieses Werbeplakat mit dem freundlichen aelteren Onkel. Der hat so'nen lustigen Zylinder auf, mit blau, weis - so bandiert und gesternt. Mit einem knorrigen, grotesk langen Zeigefinger deutet er energisch auf die Betrachter und sagt: Lustige Werbung fuer eine Pfadfindergruppe?

Jedenfalls das stelle ich mir immer vor, wenn ich "DU" schreibe: Naja, einige Argumente sind ja aber arg an den Haaren herbeigezogen. Entscheidend ist da eher die persönliche Situation. Ein Familienernährer, der selbstständig arbeitet und dabei auf sein Auto angewiesen ist und zudem in einem Eigenheim lebt wird natürlich mehr Geld puffern müssen. Der kinderlose Single, der zur Miete wohnt und mit dem Fahrrad zu seinem Arbeitgeber fährt, der kommt warscheinlich mit einem Tausender locker aus. Letztendlich ist es eben ein Feuerlöscher.

Mal ungeachtet irgendwelcher schwarzen Schwäne, die sowieso alles über den Haufen werfen… Und daran wird dann die Reserve festgemacht. Das Ganze ist eine Versicherung.

Und Versicherungen kosten Geld. Wenn nix passiert zahlt man drauf…. Der Preis für diese Sicherheit ist eine - gemessen an allen Rücklagen - kleinere Rendite. Wie so oft im Leben gilt auch hier: Wir hier können jedenfalls beides guten Gewissens empfehlen, bzw würden auch von keiner Variante besonders abraten. Wofür sich jeder einzelne Anleger letztendlich entscheidet, hängt von seiner individuellen Situation, Ansprüchen und Bedürfnissen ab, in der persönlichen Abwägung der Eigenschaften der beiden Varianten.

Sagen halt die Leute, die sich für so eine Variante entscheiden, und das mag für sie auch alles stimmen, sei ihnen also gelassen. Über die Vor- und Nachteile beider Varianten könnte man lang und breit diskutieren, haben auch wir hier des öfteren schon getan. Haja, die lieben alten Dividenden mal wieder Mir fehlt grad die Motivation, da nochmal die durchgekaute Diskussion zu führen, vielleicht können einige andere Kommentatoren ja mal einspringen? Mit fast allen anderen Aktien ist es ähnlich. VW produziert weltweit und verkauft auch weltweit.

McDonald's stellt weltweit die Burger mit Zutaten aus dem Endverbraucherland her siehe Bigmacindex zum Kaufkraftvergleich. Burger King gehört zur kanadischen Restaurant Brands obwohl nicht nur in Kanada Whopper gegessen werden.

Eventuell verkauft Samsung genausoviel in Europa wie Apple und auch nicht wenig. Die EM-Aktienmärkte sind m. BIP-Gewichtung versus Marktkapitalisierungsgewichtung haben wir hier auch schon des öfteren immer wieder mal durchgekaut. Abseits aller Detaildiskussionen über Vor- und Nachteile jeder Variante und der letztendlichen "Was ist denn nun besser? Jeder muss da seine eigene Vorgehensweise finden, von der man begründet überzeugt ist, denn nur mit Überzeugung schafft man es, das Anlegen auch langfristig konsequent durchzuziehen und das ist ja eigentlich das wichtigste.

Und in dem Zusammenhang wollte ich erstmal die Leser, die über sowas grübeln, nur darauf hinweisen, dass man von uns aus beides machen kann, bzw sich jeder einfach für das entscheiden soll wovon man eher überzeugt ist.

Wie gesagt, dass ist eh nur der grobe, oberflächliche Holzschnitt. Ne "richtige" BIP-Gewichtung, die also wirklich auf die einzelne Länder-Ebene alle Volkswirtschaften demnach gewichtet, übersteigt aber eh den praktischen Umsetzungshorizont der meisten kleinen Privatanleger. Wenn überhaupt, versucht man sich dann wenigstens mit Regionen ETFs der ganzen Sache noch etwas weiter anzunähern, aber auch das ist nur mehr oder wengier eine Abstraktion. Inhaltliches zu solchen komplexeren BIP-Gewichtungen kann man beispielsweise von den Indexanbietern lesen, die es vor Jahren mal probiert haben, solche danach angepassten Indexserien rauszubringen und populär zu machen.

Das klingt alles auf dem theoretischen Papier ganz nett, scheint sich aber im konkreten Praxisgebrauch danach auch nicht so wirklich durchgesetzt zu haben - erkennt man schon daran dass es eigentlich wenig bis garkeine ETF-Produkte auf solche "GDP-weighted Indices" gibt. Vielleicht ist die mangelnde Nachfrage auch ein Zeichen des Marktes, das solche "Gimmicks" als doch eher nicht so wichtig eingeschätzt werden.

Dafür kann das Unternehmen doch nichts, das sollte also für so einen zweifelhaften Zusammenhang nicht noch "bestraft" werden.

Dabei werden verschiedene Fundamentalkennzahlen zB Gewinne, Umsätze, Buchwerte herangezogen und aufsummiert, und geschaut welchen Anteil jedes einzelne Unternehmen mit seinen Bilanzwerten zu diesen Gesamtwerten beiträgt und danach ihre Gewichtung im Index sortiert.

Nachzulesen zb hier https: Genau das war ja meine Frage. Ich kann keinen Sinn an dieser Aufteilung erkennen. Offensichtlich profitieren hauptsächlich Aktien aus Industrieländern von der steigenden Wirtschaftskraft in den EM. Wie wird es in den nächsten 10 Jahren aussehen? Es ist immer gut mehrere Eisen im Feuer zu haben.

Bei der Anzahl der verarbeiteten Transaktionen in liegt Ant mit Milliarden gegenüber 7,6 Milliarden schier uneinholbar vorn. Aktuell mögen die Ströme noch vom Industrieland ins Schwellenland gehen: Coca Cola und Apple verkaufen der erstarkenden Mittelschicht ihre Produkte. Aber irgendwann dreht sich das um.

Dann verkaufen die Chinesen und Inder uns Medizintechnik für eine alternde Bevölkerung. Beim Stahl ist es schon so weit. Vor allem, weil es eine schöne Kombi ist. Man ist signifikant in den Entwicklungsländern investiert, aber die soliden Industrieländer stellen den Löwenanteil.

Das Auge investiert mit: Aber meine Erfahrungen seit haben nich das gelehrt. Ein Wort noch zu "Entwicklungsländern". Ich habe das schon mit Absicht hingeschrieben. Aber gefühlt sind es eben doch Entwicklungsländer mit komischen Regierungen, Umweltproblemen und Korruption. In meiner täglichen Praxis sehe ich immer wieder, dass Anleger überhaupt nicht in Schwellenländer investieren, weil es ihnen zu unseriös ist.

Mir ist das letzlich egal. Verwirrung und die Frage: Im Laufe des Jahres habe ich mir dann angewöhnt zu sagen: Klare Ansage und der Schwung bleibt erhalten. Tagesgeld ist der Teersumpf in dem die Leute feststecken. Da müssen sie raus. Ob mit oder ohne Emerging Markets. Simple Lösung ohne Rebalancing und kostensparend. Wichtiger ist ja die Asset-Allokation. China wird ja jetzt auch in den MSCI World aufgenommen und es fragt sich inwieweit die Unterscheidung zwischen entwickelt und Schwelle nich Sinn macht.

Persönlich will ich einfach an den wertvollsten Unternehmen weltweit teil haben Marktkapitalisierung und da ist mir das Land mit dem Hauptsitz egal. Die Korrelation nimmt ja laufend innerhalb der Aktienwelt zu. Jeder soll das machen wovon er am ehesten überzeugt ist, denn gerade diese Überzeugung ist das eigentlich wichtige, denn die ermöglicht es einem in der gewählten Allokation auch lange genug dranzubleiben.

Und diese Durchhaltefähigkeit ist das Entscheidende bei der Anlage, nicht so sehr die Detailaufteilung - siehe: Ich gehe mal stark davon aus dass du schon allgemein investiert bist - gut so, mehr brauch man sich eigentlich garnicht darüber zu streiten.

In der letzten 10j-Periode also hat EM schlechter als der World performt, ja. Geht man noch weiter zurück und schaut sich die vorletzte 10j-Periode an zB , war der EM viel besser als der World Mit so "Rückspiegel-Backtesting" sollte man eh vorsichtig sein und dessen Aussagekräfte nicht überschätzen. Weder lässt sich daraus wirklich definitiv ableiten, dass für die Zukunft EMs "total schlecht und unnötig sind, also keiner sollte mehr darin investieren", oder dass EMs "absolut das beste sind und jeder sollte nur noch darin investieren".

Wie gesagt, Rückspiegel-Investieren, vorsicht. Wenn du da richtigerweise einhakst und sagst "halt, so einfach kann man das ganze natürlich nicht sehen, das ist eine unvernünftige Fehlableitung, da sich das ja auch mal wieder für die Zukunft ändern kann und wird" Man wird nicht "den einen" Schuldigen finden, der sich das ursprünglich ausgedacht hat und den man dafür verantwortlich machen kann.

Dahinter steht nun nicht so sehr ein wissenschaftlich-autoritärer Anspruch, dass das nun schon die "optimalst berechnete" Assetallokation sein soll, sondern es geht erstmal einfach nur darum, den Anfängern und Unschlüssigen, die von selbst nicht auf den Trichter kommen, überhaupt mal irgendeine Zahl hinzuwerfen, zu der sie sich positionieren können.

Also wie oben gesagt, können sie die auch ablehnen und das anders machen, aber dafür müssen sie sich ja erstmal selbst eigene Gedanken machen warum sie das ablehnen und was besser sein soll. Der Bildungsprozess wird dadurch also hoffentlich angeregt. Aus seinen Leserzuschriften hat sich die Überzeugung herauskristallisiert, dass die meisten Einsteiger eben kein abwägendes wischi-waschi "ja äh also man kann das so oder so oder so Man hätte die Gewichtung also laufend anpassen müssen, oder auch nicht.

Ob das Sinn ergibt, musst Du selbst entscheiden. Genauso gut könnte man sagen, dass das Investieren nach Marktkapitalisierung in der Vergangenheit keinen Sinn ergeben hat, weil andere Dinge im Rückblick besser waren. Was sagt uns das für die Zukunft? Deine Betrachtungen im Rückspiegel sind sehr problematisch.

Du wählst willkürlich einen bestimmten Zeitraum 10 Jahre und machst daran alles fest. Was vor dieser Zeit passiert ist, interessiert Dich nicht. Eine solche Betrachtung ergibt in der Tat keinen Sinn. Welchen Sinn das ergibt, möchtest Du wissen? Es muss ja auch nicht alles einen Sinn ergeben. Das ist schon klar, aber das war auch nicht meine Frage bzw. Es geht mir darum WIE man es umsetzt um in "beiden Regionen" investiert zu sein.

Man kann doch nicht einfach nach den ersten beiden Zeichen der ISIN gehen und damit bestimmen in welchen Ländern das Geschäft der Aktiengesellschaft spielt. Pizza Hut, KFC enthält. Wirtschaft in den EM lief deutlich besser in den letzten 10 Jahren und Aktien liefen deutlich schlechter als in den Industrieländern. Also an der Börse Stuttgart kann man doch fast nur deutsche Aktien handeln. Was möchtest Du mir damit sagen? Stuttgart ist eigentlich die Börse für Zertifikate. Wenn man japanische Aktien an einem deutschen Börsenplatz ordert zahlt man ca.

Stuttgart kann ich gar nicht auswählen, nur Frankfurt und Berlin. Gibt es dafür spezielle ETFs? Oder geht das nur per aktiv gemanagten Fonds und per Einzelaktien? Da gibt es mehr als genug zur Auswahl mehr als MSCI macht das seit , siehe https: Ich nutze dieses Framework als Grundlage für meine Investition und bin fertig. Das ist vergleichbar mit der Programmiererei. In meiner Jugend programmierten echte Männer in Assembler. Heute hat man fertige Bibliotheken und muss nicht mehr jede Eingabemaske selbst programmieren.

Oder wie die Automobilfirmen. Die ziehen die Strippen nicht selbst durchs Auto, sondern lassen sich fertig konfektionierte Kabelbäume anliefern, die dann zack, zack einrasten und weiter geht's. Bitte lies Dir meinen Post durch. Das hat nichts mit investieren in Wirtschaftszonen zu tun sondern mit investieren in Aktienmärkten. Ich teile deine Ansichten, aber wir können daran nichts ändern. Irgendwer im Wertpapier-Forum hat wohl mal Natürlich gibt es auch andere Stimmen, aber die gerade erwähnten Standardempfehlungen halten sich erstaunlich hartnäckig.

Selbst wenn es nur die Unternehmensform Aktiengesellschaft in der Welt gäbe, diese rein national agierten und alle zugeordneten Länderkürzel stimmten, kriegte man keine saubere BIP-Gewichtung hin, weil innerhalb jedes ETFs wiederum nach Marktkapitalisierung gewichtet wird. Oft liest man als Begründung: Ich sehe das wie du, man könnte man auch schreiben: Danke für Deine Antwort.

Bei der Gewichtung nach Marktkapitalisierung kommt noch hinzu, dass zusätzlich von den Indexerfindern der prozentuale Streubesitz berücksichtigt wird. Das macht natürlich Sinn wenn viele Marktteilnehmer nach Indexen investieren, da es sonst zu Verknappungen und ungewollten Kursausschlägen kommen kann siehe VW damals bei ca.

Nach welchen Kriterien legt das denn wer fest? Wenn dir diese Mischungen nicht behagen, mische einfach nach deinem Gusto. Mit Hilfe von historischen Daten kannst du berechnen, wie sich deine Mischung in der Vergangenheit entwickelt hat.

Wenn du das goldene Ei gefunden hast: Hoffentlich verliert diese goldene Ei in der Zukunft nicht seine Zauberkräfte ;-. Langsam wird es echt skurril.

Fair fand ich diese Methode der Auswahl jedenfalls. Da konnte man nicht meckern. Ganz selbstverständlich rief man beim Arbeitsamt an - ja, damals ging das noch - konnte sich erkundigen oder sogar auch einfach hingehen. Eine feste Terminabsprache und die Kontrolle der Personalien wie heute gab es nicht. Eigentlich fehlte nur noch die Tasse Kaffee, dann wäre die Beratung ein Pläuschchen gewesen. Wenn man wollte, konnte man einen Satz Bewerbungsunterlagen da lassen. Man wurde schriftlich aber unverbindlich über eine offene Stelle informiert, wenn die eigenen Wünsche mit dem Anforderungsprofil zusammenpassten.

Selbst damals kam niemand vom Arbeitsamt auf die Idee mir zu sagen: Bei der Beratung hatten meine Interessen Vorrang. Es wurden kompetent alle sinnvollen Möglichkeiten erörtert.

Auch Alternativen und die langfristigen Aussichten in ihnen wurden erwogen. Es blieb mir überlassen, was ich denn nun wählen wollte. Da der Arbeitsmarkt recht angespannt war, entschied ich mich weiter zu lernen. Das Unternehmen existiert heute nicht mehr Also ging ich wieder zum Arbeitsamt.

Das war in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts. Als ich auf der Etage, zu der mich der Empfang schickte, an eine Tür anklopfte, sah ich einen vor sich hindösenden Beamten , der schwer damit zu kämpfen hatte nicht einzunicken. Nur wenig irritiert sah er auf und sagte ich müsse draussen eine Nummer ziehen. Okay, ich zog jetzt eine Nummer von einer Rolle, setzte mich in den Wartebereich und wartete bis eine Signalanlage von rot auf grün sprang, aber sonst schien mir alles so zu sein, wie Jahre zuvor.

Die Arbeitsangebote dort waren echte Angebote - man konnte und durfte sich etwas aussuchen. Die Rat- und Hilfesuchenden hatten die Freiheit zu sagen: Erwerbslose hatten dadurch die Möglichkeit regulierend in den Arbeitsmarkt einzugreifen, indem sie krasse autoritäre, ausbeuterische und unethische Auswüchse der Arbeitgeber, die mit den Schröderschen Hartz-Gesetzen stark zunahmen, ablehnten.

Arbeitslose konnten damals, wenn sie wählerisch waren, als ein ethisches Korrektiv betrachtet werden. Dauerhaft von Arbeitslosenhilfe leben? Niemand vom Arbeitsamt wäre auf die Idee gekommen zu sagen: Sieh zu, wo du bleibst. Zieh ins Obdachlosenheim oder verhunger doch. Unter der konservativ-liberalen Koalition Helmut Kohls wurden in den er Jahren die Leistungen der Arbeitslosenversicherung langsam reduziert.

Schon Mitte der er Jahre begann der Umgangston in den Arbeitsämtern rauer zu werden. Es gab so etwas wie Aufbruchstimmung. Vieles sollte besser werden. Ab dem Jahr änderte sich die Stimmung im Land dann stärker. Die Stimmung im Land wurde verändert. Leider nicht zum Besseren. Nämlich mit Verschärfungen der Zumutbarkeitsregeln für abhängig Beschäftigte und Erwerbslose. Nach dem von unseren Politikern geschaffenen Sozialgesetzbuch zweites Buch, bekannt geworden als SGB II, wurde jede Arbeit als zumutbar erklärt, zu der man geistig und körperlich in der Lage ist.

Da fällt mir der Spruch ein: Es verdrängt auch die Leute, die in diesen einfachen Jobs tätig sind. Beispielsweise im Hinblick auf Weiterbildung, ehrenamtlicher Tätigkeit, Pflege des nachbarschaftlichen Klimas und anderes. Jede Arbeit ist zumutbar! Das ist Klassenkampf - aber diesmal von oben. Die im Jahr gegründete arbeitgeberunterstützte Lobby- organisation INSM Initiative neue soziale Marktwirtschaft , sie wird aus dem Arbeitgeberlager mit reichlich Spendengeldern versehen, sorgte mit ihren weitreichenden Einflussmöglichkeiten und gezielter PR-Arbeit für massive Propaganda um Kapitalinteressen durchzusetzen.

Langsam aber strebsam wurde bereits vorher von Wirtschaftslobbyisten Veränderungen in der Gesellschaft gefordert und nun auch immer lauter und aggressiver über alle Medien propagiert. Das Ziel der Kapitalbesitzer war es, die Löhne auf der Arbeitsseite zu drücken, damit mehr Geld auf der Kapitalseite bleibt. Denn die Gewinnmargen waren ihnen wie immer zu niedrig. Es wurde eine Jobverlagerung ins Ausland betrieben um mehr Druck zu erzeugen.

Es wurde behauptet, deutsche Produkte seien nicht konkurrenzfähig gegenüber den Produkten aus den Ländern, in denen man die Menschen und die Umwelt nach Gutsherrenmanier ausbeuten kann.

Ja, es sind gerade die internationalen Konzerne, die die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnissen in anderen Ländern, und damit letztendlich auch bei uns, seit Jahren verhindern. Als beispielsweise der chinesische Premier Wen Jiabao und das Politbüro einen Entwurf zur radikalen Reform zur chinesischen Arbeitsverfassung veröffentlichten, mit der man erhebliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und besseren Kündigungsschutz ankündigte, da waren es westliche.

Geschäftsleute, die drohten ihre Investitionen abzuziehen. Lobbyorganisationen der amerikanischen und europäischen Konzerne und Handelskammern liefen regelrecht Sturm gegen die geplanten Veränderungen. Peking beugte sich dem Druck und kassierte radikale Teile des Reformpakets wieder ein. Darunter auch die Begrenzung der Leiharbeit. Mit dem Hinweis auf niedrige Arbeitskosten im Ausland, hatte man ein Druckmittel.

Gleichzeitig wurde zum Angriff auf die sozialen Sicherungssysteme geblasen. So wurden die sozialen Sicherungssysteme damals bewusst sturmreif geschossen und ausgehöhlt.

Durch Outsourcing und Neueinstellungen zu niedrigeren Löhnen und Gehältern wurden die Einnahmen der Sozialkassen reduziert. Die Ausgaben waren nun den Mindereinnahmen in den Sozialsystemen anzupassen. Die Politiker bekamen für ihre Mithilfe Aufsichtsratsposten. Mitte des Jahres trat ich ganz naiv in die SPD ein. Dem sich abzeichnenden Sozialabbau wollte ich etwas entgegensetzen. Aber ich merkte schnell, dass dies gar nicht möglich war. Und zum anderen waren die Genossen derart obrigkeitshörig, dass man auch mit den besten Argumenten nicht dagegen anreden konnte.

Es war ein aussichtsloser Kampf - wie gegen Windmühlenflügel! Wenn Schöder sagte, dass wir mit Chinesen konkurrieren müssen, dann galt das für die meisten Genossen eben.

Wenn das bedeutet, dass die Löhne sinken müssen, dann wurde das fast kritiklos akzeptiert. Wer es, so wie ich, wagte Kritik zu üben, der wurde abgekanzelt. Als Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Dortmunder Westfalenhalle tosenden Ablaus für Forderungen nach Sozial- leistungsabbau bekam um Deutschland angeblich fit für die Globalisierung zu machen, da ging ich nicht hin.

Ich schwenke für niemanden Fähnchen! Den Aufbau eines gigantischen Niedriglohnsektors durch den Meilenstein Agenda wollte ich politisch nicht mittragen.

Kein Handlanger der Wirtschaft werden. Nicht in einer Partei sein, die ganz bewusst grundgesetzwidrige Regularien schuf: Dem aufmerksamen Leser ist auch diese Meldung nicht entgangen: Künftig will die Bundesregierung. Ein-Euro-Jobs auch in privaten Unternehmen zulassen. Verarmt, und die reine Arbeitskraft zu Markte tragend, sollten sie sein. Als Lehrer- und Freiberuflerpartei fehlte ihr perse das Einfühlungsvermögen für die werteschaffenden Arbeitnehmer.

Um den Leser nicht zu verwirren, möchte ich hier im Text am bestehenden Machtverhältnis Arbeitnehmer versus Arbeitgeber festhalten, obwohl doch evident ist, dass der Arbeiter die Arbeit gibt und der Boss die vollbrachte Arbeit Dienstleistung entgegennimmt und dem Arbeiter einen Teil des daraus erzielten Ertrages als Entlohnung überlässt.

Der erste Besuch beim Fallmanager. Ich stellte konsterniert fest: Wer seit Einführung der Hartz-Gesetze erwerbslos wird, gleicht einer armen Sau. Aber noch irgendetwas hatte sich zuvor offensichtlich gravierend geändert. Zu der Zeit glich diese Arbeitsagentur mehr einem Hochsicherheitstrakt. Bulliges Security-Personal am Eingang. Der Haupteingang hatte mittlerweile zwei Eingänge. Man beachte die Wortwahl! Ich war ein Fall?

Dies klang den verantwortlichen kreativen Köpfen wohl zu positiv. Ich fühlte mich auch nicht wie ein Fall der gemanagt werden musste. Ich wollte nur einen Job haben.

Da allein entsteht schon das Gefühl von Machtlosigkeit. Denn wer sie ausschlägt, kann umgehend Sanktionen in Form von Leistungsentzug zu spüren bekommen. Nach meinem Verständnis kann man Einladungen auch ablehnen - diejenigen der Jobcenter jedoch nicht. Ich gewann recht schnell den Eindruck, dass Fallmanager generell anderen gerne zeigen, dass sie diejenigen sind, die nun via SGB II sprich: Sozialgesetzbuch zweites Buch Macht besitzen und ausüben dürfen.

Wo Menschen Macht über andere haben, kommt es auch zu Machtmissbrauch, das zeigen die vielen Klagen über willkürliche und ungerechtfertigte Sanktionen. Wie ich später erfuhr, waren seine Kolleginnen und Kollegen mehrheitlich nicht anders. Diese Art des Auftretens hatte offensichtlich Methode und war unübersehbar gewollt. War es nicht schon schlimm genug, wenn der eigene Arbeitsplatz aus betriebsbedingten Gründen wegfiel und man sich neu orientieren musste?

Aber das war ja genau die von der Poltik gewollte Taktik: Niemand soll sich bei der Arbeitsagentur wohl fühlen. Niemand sollte gerne zur Arbeitsagentur gehen, sich gut aufgehoben fühlen.

Jeder soll sie fürchten und meiden. Das betraf auch die Fach- und Führungskräfte, die Akademiker. Die Menschen sollten lieber eine schlecht bezahlte Arbeit annehmen als zur Arbeitsagentur zu wollen. Die Fallmanager und die Arbeitsvermittler sind die willigen Helferlein.

Nun muss ich vorab doch einmal etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Ich habe mit Begeisterung Elektrotechnik studiert. Damals war das Bafög, also Geld nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, noch auf der Basis eines Volldarlehens. Später, nach einigen Berufsjahren, musste ich es wieder zurückzahlen. Einige Jahre danach studierte ich aus eigenem Impetus Wirtschaftsingenieurwesen und während der Diplomarbeitsphase noch ein Semester Wirtschaftsethik.

Beide Studiengänge absolvierte ich in der Sollstudiendauer. Und zwar auch für diejenigen, die sich bereits im Studium befanden. Das empfand ich als Vertrauensbruch. So etwas macht man nicht. Man nicht - Politiker schon! Wenn mir die Studiengebühr nicht passt, könne ich mich doch auf das Armenrecht berufen. Mir blieb nichts anderes übrig als zähneknirschend zu zahlen. Mittendrin aufhören kam für mich nicht in Frage. Dieses Zweitstudium wollte ich unbedingt erfolgreich zu Ende bringen. Die Gesamtnoten beider Studiengänge waren 2,3 und 2,4 - in den wichtigen Fächern mit sehr gut.

Erarbeitet zu einer Zeit, als sich die Professoren noch mit der Höhe der Durchfallquote überboten. Ich studierte immer, weil mich der jeweilige Studiengang interessiert hat. Dafür opferte ich sehr viel Freizeit, was es mir auch Wert war. Eigentlich doch eine ganz schöne Ausbildung mit Aussicht auf eine nette Karriere. Diplom-Arbeitsloser zu werden kam mir nie in den Sinn. Im Nachhinein jedoch, war es ein Riesenfehler, nicht eine Beamtenlaufbahn eingeschlagen zu haben. Dann wäre mir der ganze Mist, über den ich hier berichte, erspart geblieben.

Denn die berufliche Schiene klappte nicht so reibungslos wie erwünscht. Der Lebenslauf wurde lückenhaft betriebsbedingte Kündigung, Zeitvertrag, Projekte Irgendwie war da der Wurm drin. Und älter wurde ich leider auch noch mit der Zeit - welch ein Faux Pas.

Mit über 40 Jahren war ich vielfach bereits zu alt! Sehr früh auftretende Bandscheibenprobleme, beschränkten die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Verwertbarkeit. Aber Bauarbeiter oder Möbelpacker wollte ich auch nie werden. Mehr introvertiert als extrovertiert. Als Beifahrer im Wagen sage ich, rechts abbiegen, wenn ich links meine und links, wenn ich rechts meine. Freunde können dies bestätigen Den zerstreuten Professor könnte ich eher abgeben als einen agilen Handwerker.

Ein Theoretiker eben und kaum ein Praktiker. Wenn ich mich umdrehe, werfe ich mit dem Hintern häufig noch die Dinge um, die ich zuvor aufgebaut habe. Aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund versuche ich jedoch immer wieder den Neuaufbau. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit muss es auch irgendwann einmal klappen.

Auch eigne ich mich nicht zum Gefolgsmann, da ich eine Aversion gegen Sätze im Imperativ habe. Als ich nun das erste Mal bei dem Herrn K. Ein Ablehnungsgrund kann nur körperliches oder geistiges Unvermögen sein. Einen Satz später fragte er mich, ob ich mir vorstellen könnte im Ausland zu arbeiten. Vorwurfsvoll schaute er mich über seinen Brillenrand an und meinte: Er drehte sich zu seinem Computer, tippte hektisch auf der Tastatur und meinte: Sogar eine Einarbeitung bzw.

Gefordert ist lediglich absolute Schichtbereitschaft - auch am Wochenende. Möglicherweise gab es ja Aufstiegschancen. Ich war noch Optimist. Aus dem Drucker schob sich quietschend das Stellenangebot, das mir Herr K. Sehr geehrter Herr Obergassel, ich freue mich, Ihnen folgende Arbeitsstelle vorschlagen zu können: Wenn ich die Fahrkosten davon abziehe, bleibt doch nicht genug übrig.

Das ist doch eher etwas für Hinzuverdiener, Hausfrauen usw. Vor der Tür, draussen auf dem Gang stand ich da, wie ein begossener Pudel. Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit einem Arbeitsberater vor vielen Jahren nach dem ersten Studium. Damals schwärmte die Presse von dem ersten Call-Center in Dortmund. Qualifizierte Leute geben Hilfestellung in Hot-Line. Da sind sie nur eine unterbezahlte graue Maus mit Kopfhörer. Da rate ich Ihnen dringend von ab. Arvato ist eine Tochtergesellschaft von Bertelsmann, fand ich heraus.

Bertelsmann Buchclub und die verruchten Drückerkolonnen fielen mir zu dem Namen auch spontan ein. Für mich war dies alles nichts Vertrauenerweckendes. Als ich dort eintraf, das Unternehmen war mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ideal erreichbar, sah ich viele Menschen hin und herlaufen.

Es war wohl gerade Pause. Von denen lächelt keiner - so wie auf den tollen Werbeprospekten. Ich wurde in einen Raum gebeten, in dem schon ca. Es wurde ein Fragebogen verteilt, den wir in den nächsten 10 Minuten ausfüllen sollten. In dem Fragebogen wurden unter anderem Fragen gestellt wie: Habe sie schon einmal in einem Call-Center gearbeitet?

Nein Telefonieren Sie gerne? Nein Benötigen sie eine Sehhilfe? Ja Bereitet Ihnen längere Monitorarbeit Probleme? Ja Wie sind Sie auf arvato aufmerksam geworden?

Nach einiger Wartezeit in dem total verräucherten Wartebereich wurde auch ich hereingebeten. Die Vorstellung einen Job mit Schichtdienst von 5: Und dann ausgerechnet bei einem Call-Center. Ein Bekannter, der sich mit den Methoden dieses Wirtschaftszweiges auskannte sagte mir, ohne Out-bound kann man dort kein Geld verdienen.

Out-bound, das heisst Kundenackquise. Die zweifelhaften Methoden dafür kennt in diesem Land mittlerweile jeder. Auch bei mir ging mindestens einmal am Tag das Telefon, bei dem sich ein Call-Center-Mitarbeiter meldete um mir irgendetwas zu verkaufen. Häufig genug wurden sie frech, als ich mir weitere Anrufe verbeten habe. In wirtschaftlich schlechten Zeiten, bzw. Kommt der Kunde nicht zum Unternehmen, kommt das Unternehmen eben zum Kunden. Oftmals allerdings zu aufdringlich.

Natürlich hatte ich in der Zwischenzeit auch etliche andere Bewerbungen geschrieben. Leider ergab sich kein alternatives Jobangebot und das Warten auf eine Antwort erwies sich. Ich faxte dem Fallmanager das Formular von Blatt zwei des Vermittlungsvorschlags, das er mir mitgegeben hatte, mit dem von mir eingetragenen Ergebnis zu.

Es war leicht vorstellbar für mich, dass mein Fallmanager Herr K. Mürrisch und bitterernst, wie ich ihn bisher kennengelernt hatte, erläuterte er mir die düsteren Jobaussichten. Schlechte Arbeitsmarktlage - bla, bla Schon eine Weile aus dem Berufsleben raus - bla, bla Flexibilität gefordert - bla, bla Dann schwieg er plötzlich, schaute in seine Akte und wippte mit dem Kopf hin und her. So, als ob er jetzt scharf nachzudenken hätte, welche Schikane er für mich aus dem Hut zaubern könne.

Dann tippte Herr K. Puh - was hatte ich doch für ein Glück nicht korpulent zu sein und nicht zufällig ein Job als Elvis-Imitator frei war. Kommunikationsgeräte bei Kunden verkaufen. Dafür hätte ich dann Provision bekommen - klar, ich kenne natürlich so etwas: Ach ja, ich wurde natürlich auch, so wie es seit üblich war, zur Unterschrift einer Eingliederungsvereinbarung wirtschaftlich genötigt.

Also unterzeichnete ich die Verpflichtung sechs Bewerbungen pro Monat zu schreiben und mich auf die angebotene Stelle zu bewerben. Er suchte Volltrottel zum abmelken! Natürlich bedeutete der Empfang eines derartigen Schreibens bereits puren Stress. Ich wurde als erwachsener Mensch genötigt, mich dafür zu rechtfertigen, warum ich so und nicht anders gehandelt hatte. Warum ich nicht freudestrahlend gerufen habe: Er verlangte die Bewerbungsunterlagen zu sehen, die ich laut Anschreiben mitzubringen hatte.

Ich musste es wie ein kleiner unartiger Junge über mich ergehen lassen, dass mir mangelnde. Aber ich will noch einmal davon absehen. Ich habe da noch ein anderes Angebot für Sie. Zu dessen Rekultivierung sollten bis zu Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden.

Gut 80 - 90 Leute waren bereits im Einsatz. Und eine Bewerbung bräuchte ich auch nicht schreiben, meinte Herr K. Ein Wort, bei dem jeder rechtschaffende Deutsche hellhörig werden sollte. So haben sich die Zeiten gewendet. Seit Gerhard Schröders Kanzlerschaft rot-grüne Bundesregierung , rechtfertigte jede nachfolgende Parteienkonstellation, ganz gleich ob schwarz-rot oder schwarz-gelb, die Agenda und erwartete von Erwerbslosen Begeisterung und Dankbarkeit dafür.

Im übertragenen Sinne fühlte ich mich von Herrn K. Im Geiste stellte ich mir den Herrn K. Und das waren im Nachhinein betrachtet, sogar noch die mildesten Fantasien. Ich sagte ihm, dass auf Grund meiner lädierten Bandscheiben eine derartige Tätigkeit für mich nicht infrage käme. In der Zwischenzeit hätte ich mich jedoch beim Beschäftigungsträger einzufinden, meinte Herr K. Ich war einmal mehr unsäglich ohnmächtig und zutiefst gedemütigt. Dann brauchte ich nicht so viel erklären.

Gerade die Orthopäden nagen ja so heftig am Hungertuch. Keine Zwangshaltung in gehockter, gebeugter Stellung. In der Lehre zum Elektromaschinenbauer mussten wir die unterschiedlich schweren Elektromotoren und auch die Acetylen- und Sauerstoffflaschen mit der Sackkarre in der ersten Stock der Lehrwerkstatt zwei Treppen hochschleppen.

Wie das unter den Azubis so ist, gibt es ja immer auch ein Kräftemessen untereinander. Wer ist der Stärkere, wer kann mehr heben? Gerade wenn die Sackkarre nicht verfügbar war, nutzten einige die Gelegenheit zu zeigen, wie stark sie sind und sagten: Man wollte ja nicht als Schwächling gelten. Aber selbst wenn Motoren wie Gasflaschen zu zweit getragen wurden, war die gebeugte Haltung dabei als andere als rückenfreundlich.

Den Meister kümmerte das alles wenig bis gar nicht. Er hatte andere Zielvorgaben. Das Resultat waren frühe Rückenprobleme. Der Arzt verordnete Fangopackungen, die nach ein paar Anwendungen auch Besserung brachten. Wer denkt mit 17, 18 Jahren schon an die Langzeitfolgen? Eine Einladung, die man nicht ausschlagen darf. Vielen Dank Herr Schröder! Offenbar entsprach ich nicht der gewohnten Klientel. Ingenieure sah man dort wohl nicht so oft. Der junge Mann sagte sogleich: Sie können wir hier nicht gebrauchen.

Wir verstehen uns als Beschäftigungsträger der auch Wert auf eine Qualifizierung im Bereich der Garten- und Landschaftspflege legt. Wir glauben nicht, dass jemand mit Ihrem Qualifikationsprofil bei uns gut aufgehoben ist.

Die Antwort las sich für mich wie: Auf Grund der Gesetze Wie schön man sich doch hinter Gesetzen verstecken kann! Das war zu allen Zeiten so. Sie fragte, ob sie intervenieren solle, was ich aber verneinte - ich wollte sie ja nur über die Machenschaften der ARGE in Kenntnis setzen, die das Ergebnis der in meinen Augen vermurksten Arbeitsmarktreformen eben dieser Partei waren. Die nächste Einladung kam schnell. Schon kurze Zeit später musste ich wieder zu meinem Fallmanager.

Über die Beschwerde bei seinem Chef war der Herr K. Als Erzieher Kinder am Computer betreuen. Kinder empfindeich nur als Nervensägen. Ich bin schwul, das macht es noch heikler. In England müssen sogar Kinderbuchautoren und Schulbusfahrer beweisen, dass sie nicht pädophil sind. In dieser Eingliederungsvereinbarung stand: Niemand würde dies freiwillig unterschreiben! Und antreten zur Arbeitsgelegenheit müsse ich sowieso, wenn ich mich weigern würde, streicht man mir sämtliche Leistungen , beeilte er sich anzufügen.

Wie sollen solche Drohungen Selbstvertrauen aufbauen??? Ich empfand das als Nötigung und fragte mich: Wie tief ist dieses Land nur gesunken? Wo mag das alles nur hinführen? Von meinem Wohnort aus gesehen am anderen Ende der Stadt, so dass es unökonomisch gewesen wäre mit dem eigenen PKW zu fahren, aber unabdingbar, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Wenn das kein kluger Schachzug war!

Aber dafür ist die Mehraufwandsentschädigung ja gerade da. Sie ist kein Lohn! Für mich war dies eine kontinuierliche Demütigung. Das war nicht meine Welt. Es war aber nicht leicht, dies der personalverantwortlichen Person einige Tage später zu verdeutlichen.

Es drängte sich mir der Eindruck auf, dass sich Herr E. Abzüglich der Mehraufwandsentschädigung von Euro für mich, als die zugewiesene Person, wäre der überwiegende Anteil als sogenannter Verwaltungsaufwand an den Träger geflossen. So wurde mittlerweile Kohle gemacht! Aber das hat mir mein Fallmanager Herr K. Erst später erfuhr ich wie hier die Kohle gescheffelt wird. Es war nicht schwer zu erkennen, wie sehr sich eine ganze Branche zunehmend auf die Zuweisung von Ein-Euro-Kräften ausgerichtete.

Plötzlich knallte der Personalmensch dieses sogenannten Entwicklungszentrums mit der flachen Hand auf den Tisch und brüllte: War etwa ich das Ziel dieses Handschlags?

Hatte ich nur Glück, dass die Tischplatte herhalten musste? Er wiederholte das mantraförmige Geschwafel einiger Politiker aus den zahlreichen Talksendungen die gerade liefen: Für mich war klar, dass nur ein interessengeleiteter Mensch diese Argumententationsriten vertreten konnte, ohne vor Scham in Grund und Boden zu versinken.

Lediglich durch Hinweis auf Art. Ganz sicher wurde mein Verhalten dem Fallmanager gemeldet. Ich hatte ja durchaus noch Hoffnung auf einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Das perfide an den Hartz-Gesetzen ist, dass man zum Faktotum degradiert wurde - zum Mädchen für alles.

Für Arbeitnehmer aber natürlich immer mit dem Blick von einer bestimmten Qualifikationsstufe hin zu einer tieferen Stufe, sogar zu einer ohne jegliche Qualifikation. Präferenzen zählten nun nicht mehr. Noch nicht einmal Eignungen. Die Hartz-Gesetze verlangten von den Menschen für alles geeignet zu sein. Auch zuvor umworbene technische Fach- und Führungskräfte sollten nun Stiefmütterchen pflanzen, Kinderhüten und auch das Schneeschippen lernen.

Mir stellten sich folgende Fragen: Lernten Sozialarbeiter dieses brave Mitspielen an der Universität bzw. Zu diesem Termin nahm ich die Röntenaufnahmen meines Orthopäden, sowie das Attest von ihm und meinem Augenarzt, bei dem ich auch noch vorher war, mit.

Ich trug zu meinem Anzug, Mantel, Aktenkoffer einen Hut. Einen Hut wie gläubige Juden in tragen! Dies sorgte für etwas Verwirrung und starrende Blicke. Erstaunlich, wie schnell man doch auffallen kann, wenn man sich bezüglich der Kleidung etwas von der Masse abhebt. Ein Hut reicht schon. Damit wollte ich meinen Unmut über die Situation einer quasi erzwungenen medizinischen Untersuchung ausdrücken.

Es war für mich sehr bedrückend und entwürdigend von der JobCenterARGE per se als Simulant mit Gefälligkeitsgutachten in der Hand betrachtet und nun, natürlich wieder mit der Drohung von Nachteilen für meinen Leistungsbezug bei Verweigerung, zur. Untersuchung geschickt zu werden, um meine Glaubwürdigkeit zu beweisen. Sie währte jedoch nur kurz und der Mediziner wurde schnell sachlich. Die vorgelegten Atteste wurden aufmerksam gelesen.

Erleichtert war ich von der Reaktion des Amtsarztes, der die mitgebrachten Röntgenaufnahmen begutachtete: Ein Ausdruck, der mir bewies, dass ich nun nicht mehr als Simulant betrachtet werden konnte. Auch meine Sehschwäche wurde mit rot-grün gepunkteten Test-Täfelchen verifiziert. Das Heben und Tragen von 15Kg wurde mir durchaus zugetraut.

Der Blick des Amtsarztes war fragend und ich sagte ihm, dass es davon abhängt wie weit und wie oft ein Gegenstand von diesem Gewicht getragen werden müsste und besonders in welcher Haltung das Heben erfolgt. Okay, Ergebnis war, die vollschichtige Einsatzfähigkeit, die ich mir unter den bestimmten Voraussetzungen auch zutraute, wurde an diesen Punkten festgemacht. Für eine Untersuchungsmethode die simpel und unwissenschaftlich anmutete, stimmte das Ergebnis überraschend exakt mit den Aussagen meiner Ärzte überein.

Da hätten meine röntgenologisch nachgewiesen lädierten Bandscheiben aber auch wirklich vor Freude getanzt. Der nächste Bandscheibenvorfall hätte sich schon am ersten Tag ereignet. Aber auf solche Befindlichkeiten wird nicht ohne weiteres Rücksicht genommen. Möglicherweise, damit Mediziner auch was verdienen dürfen? Mein Fallmanager Herr K. Über meine berufliche Zukunft habe ich zuletzt mit meinen Eltern geredet - da war ich 15!

Mit wem ich über meine berufliche Zukunft rede, das entscheide, bitteschön, ich. So langsam wurde ich aufmüpfiger. Aber alles Aufregen nutzte nichts. Er, der Fallmanager, war der Ansicht, so ein Englischlehrgang wäre genau richtig für mich. Ich bin nun mittlerweile ein mündiger Bürger von 47 Jahren und kein Pennäler mehr. Nur das war offenbar sein Ziel.

Ist schon ein Hammer. Man darf der Weiterbildungsbranche dienen - als Instrumentalisierter. Natürlich wird man ganz bewusst entrechtet und gedemütigt , drangsaliert und kujoniert.

Diese Person durfte also bestimmen, was ich zu lernen habe. Das war also mit fordern und fördern gemeint. Eine Mitbestimmungs- und eine Aushandlungsmöglichkeit gab es nicht.

Ich wurde zu einem Subjekt degradiert und wähnte mich plötzlich in unsere unsägliche Vergangenheit zurückversetzt. Die Welt bekam einen bitteren Geschmack. Ich musste mich mit ihr erst intensiver auseinandersetzen. Heute ist mir klar: Der Neoliberalismus ist eine zutiefst menschenverachtende Doktrin - natürlich nur für Habenichtse. Wenn von Liberalismus geredet wird, wird gerne die Freiheit des Individuums beschworen.

Gemeint ist jedoch nur die Freiheit wirtschaftlich aktiv zu werden. Eine kurze aber lesenswerte Broschüre habe ich hier zum Download: Ich willigte in die Weiterbildung ein - mir blieb ja auch nichts anderes übrig - da ein wenig Englischaufbesserung ja nicht schaden konnte. So stand es auf dem Formular in dem wir unsere Personalien eintragen sollten. Auch fühlte ich mich nicht besser, als mir klar gemacht wurde, dass ich einen Teil der Fahrkosten selbst zu tragen hätte - immerhin 20 Euro von den ach so üppigen Euro damals.

Für fünf Kilometer, einfache Strecke. Damit war die Fahrkarte nicht drin. Für meine sechswöchige Verwahrung sollte ich also noch Geld mitbringen. Dies sah ich jedoch nicht ein und strampelte die fünf Kilometer in die Dortmunder City mit dem Fahrrad ab - auch bei strömenden Regen. Es dauerte Stunden, bis ich trocknete. Etliche um mich herum wurden zwischenzeitlich wegen Erkältung krank.

Ich habe mir geschworen bei dem kleinsten Hüsteln zum Arzt zu gehen. Aber ich war die ganze Zeit topfit. Und so stand ich diese staatlich gewollte Folter durch. Sie haben den Fehler begangen erwerbslos zu werden. Dann konnte ja nix mehr schief gehen. So ging dies die ganzen sechs Wochen. Immerhin hatte ich mich ganz bewusst neben dem hübschesten Kerlchen dort gesetzt, so hatte ich zumindest eine Augenweide für diese trostlose Zeit.

Auch war diese Person mit einer guten Portion aufheiternder Ironie gesegnet, die ich sehr schätzte. Ach ja, wir haben in dieser Zeit acht Filme gesehen. Sie wurden mit dem Beamer an die fleckige Wand geworfen. Okay, Kino wäre teurer gewesen - doch hätte ich hier selbst entscheiden können, in welchen Film ich gehe und in welchen nicht. Und dies ist ja halt der springende Punkt: Die gleichsame Entmündigung - von Staats wegen sozusagen. Nur, weil man erwerbslos ist!

Die Akademikerverwahrung fiel in die Karnevalszeit. Es war ja Februar. Nur für ihre Grundrechte, die doch unübersehbar erodierten, kämpfen sie nicht. Ich fragte mich, ob sie die Veränderungen in diesem Land nicht wahrnehmen wollten oder sie nur in eskapistischer Manier ausblendeten.

Im Dritten Reich wurde die Narrenzeit gezielt ideologisch genutzt und heute ist es anscheinend auch nicht anders. Sind es nicht gerade die heutigen Ingenieure, die Unternehmen wettbewerbsfähig machen und halten sollen? Sind es nicht die. Finanzmanager tragen nicht dazu bei, wie wir nun wissen. Weder mit erwerbslosen Ingenieuren noch mit anderen Personen sollte der Staat so umgehen, wie es die Hartz-Gesetze ermöglichten. Es wäre gut möglich, dass ich sie in der Schublade liegen lassen und wieder vergessen würde.

Die für die Hartz-Gesetze verantwortlichen Politiker erzeugten somit keine positiven Emotionen. Millionen Menschen mussten sich bisher mit den Hartz-Gesetzen herumplagen. Wie viel Aufwand an Ressourcen und Energie mag dies alles gekostet haben? Nur um die Arbeitskräfte billig und willig zu halten, damit die oft überzogenen Renditeerwartungen von Unternehmern und Finanzakrobaten realisiert werden können?

Nur um eine Armutsindustrie aufzubauen, die Jobcentermitarbeiter, Geschäftsführer von Bildungs- und Beschäftigungsträgern, Anwälten etc. Ab dieser Zeit setzte ich mich auch mit der Theorie des bedingungslosen Grundeinkommens auseinander. Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es ist Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität. Wir brauchen ein Recht auf Einkommen. Ein Recht auf ein bedingungsloses Grund- einkommen. Wohlverhalten gebunden, das einzig Sinnvolle ist.

Besser weltweit zur Vermeidung von Migration! Ein Jobangebot hatte er natürlich nicht für mich. Sehr geehrter Herr Obergassel, bei Ihnen wurde die Notwendigkeit einer beruflichen Qualifizierung festgestellt. Mit diesem Gutschein werden die Kosten für die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung übernommen. Ich fühlte mich wie mehrfach geohrfeigt.

Wie pervers war das denn? Durchzuführen bei der c. Ich solle mich bei dem Unternehmen melden, sagte Herr K. Ich sagte ihm natürlich, dass ich kein Interesse an einer Praktikumsstelle habe und lieber einen fair bezahlten Arbeitsplatz hätte.

Damit wurde ich definitiv wirtschaftlich genötigt, diese Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben. Folglich habe ich neben die Unterschrift geschrieben: Ich habe sie halt unterschrieben - aber hatte ich wirklich eine echte Wahl? Oder gar straffällig werden, weil ich meine Existenz aufrechterhalten will und muss?

Über ein Angebot für eine schaffbare und natürlich bezahlte Arbeit, idealerweise im Ingenieursbereich, hätte ich mich doch riesig gefreut. Somit war ich der JobCenterARGE und ihren ganz offensichtlich feudalistischen Machenschaften, inclusive meinem ach so fürsorglichen Fallmanager, machtlos und erniedrigend ausgeliefert.

GmbH Dortmund verdiente sich dumm und dusselig: Der Beitragszahler hat es ja. Zusätzlich musste ich in der für mich so fürsorglich vorbereiteten Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, auf jede Art von Schadenersatzforderung der ARGE gegenüber zu verzichten.

Leider wurde mir davon keine Kopie ausgehändigt. Heute würde ich mich strikt weigern dies zu unterschreiben, bzw. Aber damals war ich ja massiv eingeschüchtert.

Drohung der Leistungskürzung nicht, hier aktiveren Widerstand zu leisten. Dort stand dann explizit: So änderten sich die Zeiten! Niemand kann mir erzählen, dass dies ein gesellschaftlicher Fortschritt ist.

In mir keimte ein anderer Verdacht. Als Ein-Euro-Jobber darf man nur gemeinnützig, also für die Allgemeinheit tätig werden. In der Regel für ein halbes Jahr, manchmal auch länger - damit es sich für die Träger so richtig lohnt. Was also ist zu tun? Natürlich länger als zwei Monate - ist doch klar. Besser kann man die Wirtschaft nicht subventionieren! Kostenlos arbeiten war schon immer mein Wunsch: Toll, wie vorbereitet er war. In den vier Monaten Schulung sollte das Programm also so aussehen: Rudimentäre Grundlagen aus einem Wirtschaftsstudium!

Inclusive marginale Computerkenntnisse, ein wenig hiervon, ein wenig davon. Und das knappe zwei Jahre nach meinem recht erfolgreich beendeten Wirtschaftsstudium! Ich konnte und kann dieser Behandlung nichts abgewinnen. Diesmal jedoch hatte es auch etwas von Dressur, ja, gar etwas von Gehirnwäsche, wie ich später erfahren sollte. Es kam mir so vor, als sollten wir in der Weiterbildungsbranche zum Homo oeconomicus umgebogen werden.

Ironie und Zynismus sollte aus unseren Sätzen verschwinden. Und um diese wahrzunehmen, sollten wir unsere Ellenbogen benutzen und nur an unseren persönlichen Vorteil denken.

Wir waren nur Mittel zum Zweck. Aber dazu nachher mehr. In diesem Leben nicht mehr! Obwohl die Wirtschaftaftselite und die ihr hörigen Politiker gegen den Willen der Bürgermehrheit agiert, wunderten mich die jeweiligen Wahlergebnisse immer wieder aufs Neue.

Hier werden die Wähler manipuliert. Natürlich wollte ich mir auch nicht meine Persönlichkeit verbiegen lassen, nur um vermarktungsgerechter zu werden!

Das stand für mich ebenso fest. Durch die Anweisung des Fallmanagers genötigt, rief ich bei dem Weiterbildungsinstitut am nächsten Tag an. Dort wurde mir gesagt, ich solle eine Bewerbungsmappe zusenden, was ich dann auch zwangsläufig tat.

Es ging nur darum, zu sehen, wen man vor sich hat. Einige Tage später, es war Mitte April , wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Ich suchte im Erdgeschoss das Büro auf, stellte mich vor und sagte warum ich erschienen bin. Sie führte mich in einen winzigen Raum. In dem Kabuff wartete ich gute fünfzehn Minuten und nutzte die Zeit um in den ausliegenden Werbebroschüren zu blättern. Meine ersten Gedanken waren: Wofür gibt es Universitäten, wofür Bibliotheken, wenn es so viel in privaten Weiterbildungsinstituten zu lernen gibt? Die junge Dame, Frau F.

Sie glaubte offenbar, jeder würde entsetzlich leiden, wenn sie nicht zugegen war. Als sie sich mir gegenüber setzte, erzählte sie lang und breit wie toll das Bildungsprogramm doch sei und wie hoch die Erfolgsquoten nach dem Praktikum. Ich sagte ihr, dass ich ein Wirtschaftsingenieurstudium erfolgreich abgeschlossen hätte - vor erst zwei Jahren! Ich machte deutlich, dass ich die Methode, den Unternehmen kostenlose Arbeitskräfte zuzuschanzen durchaus durchschaut hätte.

Wenn man den alten Lehrsatz der BWL-Consultants berücksichtigt, dass jede Entscheidung im Unternehmen den Wert des Unternehmens mehren soll, dann gilt dies auch für die Entscheidung Praktikanten einzustellen. Das macht man nebenbei. Diesen sollte ich unterschrieben so schnell wie möglich zusenden. Die sind so gierig, die nehmen jeden! Es fiel mir leicht, zu überblicken wie das Geschäftsprinzip funktioniert, deshalb war mir schon damals klar: Diese Weiterbildungsinstitute , die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, delektieren sich am Elend von uns Erwerbslosen und auf Kosten der Beitrags- und Steuerzahler.

Manche dieser Institute kann man durchaus auch als ideologische Schulungsstätten bezeichnen. Menschen werden für die Wirtschaft dressiert. Selbst wenn der hochautomatisierten Leistungsgesellschaft die produktiven Arbeitsplätze schwinden, die Weiterbildungsbranche schult die Erwerbslosen gerne - aus Eigennutz natürlich. Aber wehe, ich hätte mich nicht lernbereit gezeigt!

Heer der Erwerbslosen eingegliedert zu werden. Die nächsten Kursteilnehmer warteten schon auf ihr Praktikum.

Möglicherweise hält sich der ein oder andere auch ein wenig länger am Firmament der Leistungsgesellschaft - das ist ja durchaus möglich. Irgendwann beginnt dann alles wieder von vorne: Diese Ähnlichkeit drängte sich mir geradezu auf. Leider verschloss die Masse der Bürger die Augen. Nicht nur die erniedrigenden Hartz-Gesetze, auch die Ausnutzung von Praktikanten wurde von der Mehrheit ganz offensichtlich akzeptiert. Nach dieser Studie waren fast 50 Prozent der von Hochschulabsolventinnen und - absolventen durchgeführten Praktika unbezahlt und dauerten im Durchschnitt fünf Monate.

Ich fand das nicht akzeptabel. Ich denke, es war wie immer: Solange es nicht der eigene Arsch ist der brennt, kümmert sich niemand darum.

Bedauerlicherweise schafft der nicht tangierte Bürger auf diese Weise ein Klima der Duldung für massive Eingriffe in Bürger- bzw. Menschenrechte - nicht nur von Erwerbslosen. GmbH Dortmund natürlich auch noch zustimmen musste. Erwerbssuchende - ein Schwerstverbrecher! Das Perfide ist jedoch, dass allen von klein auf gesagt wird: Jeder kann es schaffen, wenn er sich nur intensiv bemüht.

Diese verbale Motivationsspritze gilt für so viele Lebensbereiche. Dennoch steckt eine dreiste Lüge in der Aussage. Denn nicht alle können beispielsweise Führungskräfte oder Unternehmer werden. Nach Oben hin wird die Luft immer dünner.

Uns Teilnehmern bei der c. GmbH Dortmund wurde die gleiche Motivationsmöhre vor die Nase gehalten. Mit solchen Sätzen wird gern deutlich gemacht, dass diejenigen, die keinen Job haben, oder bekommen, halt selbst daran schuld sind. Sie haben sich eben nicht genug bemüht. Dies ist die Individualisierung des Scheiterns! Die Messlatte wird in einer Wettbewerbsgesellschaft zwangsläufig immer höher gelegt. Die Arbeitswelt ist dadurch autoritärer geworden als sie noch 10 oder 20 Jahre zuvor war.

Das ist doch devinitiv kein gesellschaftlicher Fortschritt. Und man darf sich durchaus die Frage stellen: Muss das denn sein? Es ginge auch anders. Zum Beispiel mit dem erwähnten bedingungslosen Grundeinkommen, wie sie der Prof. April auf die Frage ob das. Möglicherweise hilft der Klimawandel dabei.

Es dauert vielleicht nur noch ein paar Jahrzehnte Der Vertrag zwischen mir und dem Weiterbildungsinstitut c. GmbH Dortmund kam wie befürchtet ganz flott mit der Post.

Da sich die Vetragsfreiheit aus Artikel 2 GG ableitet, konnte ich gar nicht glücklich damit sein, hier eine Unterschrift leisten zu müssen. Ich wollte eine Arbeit und ein Einkommen und kein Praktikum. Wenn ich meine Gefühle bei diesem grundgesetzwidrigen Zwang zur Unterschrift beschreiben soll, dann waren da in meinem Kopf Chaos, Wut, Hoffnungslosigkeit - ja, auch Hass.

Ich halte es für vollkommen normal, wenn man in dieser Situation sinistre Gedanken bekommt. Man braucht in Deutschland heute doch niemanden mehr zu foltern oder gar schlimmeres antun. Dann gibt man ihnen einen verblödenden Ein-Euro-Job, durch den die Trägergesellschaft auch noch gut verdient. Oder steckt sie in eine eher weniger als mehr sinnvolle, von der JobCenterARGE finanzierte, und für den jeweiligen Träger noch wesentlich lukrativere, Trainings- bzw.

Dort werden den Zwangsteilnehmern ihre evtl.