Das Ölkartell zerfällt

 


Morgan vereinigte im eigenen Haus die wirtschaftspolitische Führungsgruppe der Entente. Strumphosen - Wieviele Männer ziehen welche an? Retrieved June 26, Winston Churchill hatte ganz andere Absichten. Denn Industrie und Landwirtschaft bestimmten nicht mehr ihre Wirtschaftsmacht und ihre Wirtschaftspolitik.

Tom Bosworth: Die Hoffnung stirbt zuletzt


Schön, dass das britische Königshaus an Weihnachten doch nicht auf die beiden verzichten muss. Der Konzern scheffelt weiter Tag für Tag satte Gewinne und zeigt sich dabei gegenüber den Anteilseignern traditionell sehr spendabel und zuverlässig.

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Kann Wohnungstausch den Markt für Mietimmobilien Freitag, 25 januar Überhitzte Metropolregionen: England wandte in den folgenden 15 Jahren jeden erdenklichen Trick an, um den Bau der Eisenbahnlinie zu verzögern oder zu behindern. Königin Viktorias Strategen hatten im Poker um die Bagdad-Bahn noch einen Trumpf im Ärmel, den sie ausspielen wollten, falls die Verhandlungen nicht wie gewünscht verliefen.

Scheich Mubarak Al-Sabah galt als skrupelloser Opportunist. Das Dokument wurde von Major C. Knox, dem politischen Agenten der königlichen Regierung von England in Kuwait, gegengezeichnet. Im Oktober hatte Lt. Ihre Entdeckung bestimmte das ständige Ringen um die wirtschaftliche und militärische Kontrolle dieser Region, das noch heute anhält. Deutschland verfügte über keine unabhängige Ölversorgung.

Das war noch nicht einmal eine Sperrminorität. Der geplante Verlauf des letzten Teilstücks der Bagdad-Bahn sollte mitten durch ein Gebiet führen, in dem riesige Ölvorkommen vermutet wurden. Der Plan der Deutschen Bank sah vor, das mesopotamische Öl per Bahn nach Deutschland zu schaffen, um so eine mögliche britische Seeblockade zu umgehen und Deutschland eine unabhängige Erdölversorgung auf dem Landweg zu sichern.

Man war entschlossen, die erste mit Öl gefeuerte Kriegsflotte der Welt zu bauen und Deutschland den Zugang zu den Ölvorräten in Mesopotamien zu versperren. Diese britischen Ziele brachten Deutschland in eine schwierige Situation. Die Zeit war jedenfalls reif für die Pläne Admiral Fishers, eine moderne ölgetriebene Kriegsflotte aufzubauen. In Deutschland war das erste Schiff einer verbesserten Ausführung der englischen DreadnoughtSerie vom Stapel gelaufen.

Nur zwei britische Schiffe konnten mit dieser Geschwindigkeit mithalten. Das deutsche Wirtschaftswunder begann die Überlegenheit der britischen Marine in Frage zu stellen.

Die britische Anglo-Persische Ölgesellschaft trug noch nicht nennenswert zur Ölversorgung bei. Aber schon betrachtete die britische Regierung den Persischen Golf als ihre wesentliche Interessenssphäre.

Auf Drängen Churchills setzte die Regierung unter Premierminister Asquith im Juli eine königliche Kommission ein, die sich mit der Frage des Öls und der Ölverbrennungsmaschinen befassen sollte. Den Vorsitz führte der inzwischen pensionierte Lord Fisher. Von diesem Zeitpunkt an stand das Öl im Mittelpunkt der britischen strategischen Interessen. Gelänge es England, seine Erdölversorgung zu sichern und darüber hinaus seinen wirtschaftlichen Konkurrenten den Zugang zu den Erdölreserven zu verwehren, dann würde es die nächsten Jahrzehnte die Weltgeschichte dominieren.

Konnte Englands stagnierende Industrie schon nicht mit der deutschen Industrie und den neu entwickelten Daimler-Motoren mithalten, dann würde es eben den Brennstoffhahn für diese Motoren auf- und zudrehen und seinen Preis bestimmen. Es kam ein weiterer Beweggrund hinzu: Und dies ist nicht möglich. Der russische Botschafter in Frankreich, Iswolski, wurde zu einigen Treffen des Besuchs hinzugezogen.

Sie richtete sich gegen Deutschland und Österreich. Das alarmierte die britische Diplomatie. London nützte die traditionelle protürkische und antirussische Bündnispolitik des Damit hoffte sie, die Vorgänge in Europa wieder unter Kontrolle zu bekommen. Der Auslöser dieser politischen Wende war seltsam genug. Es handelte sich dabei um einen militärischen Konflikt mit Frankreich. Es ging um Ägypten. Beide Länder hatten historische Interessen an Ägypten und vor allem am Suezkanal.

Monatelang standen sich englische und französische Soldaten angriffsbereit gegenüber. Jede Seite forderte die andere auf, das Feld zu räumen. Ihr nicht so offensichtliches, eigentliches Ergebnis war die neue Zusammenarbeit, die Allianz zwischen Frankreich und England gegen Deutschland. Er hatte das französische Expeditionsheer in Marsch gesetzt und den Angriff auf die englischen Stellungen angeordnet. Obwohl Frankreich seit den Tagen Napoleons Ansprüche auf Ägypten und den Suezkanal geltend machte, hatte sich England dort mehr und mehr breit gemacht und das Land mit dem Kanal so gut wie militärisch besetzt.

England hatte den Franzosen Ägypten buchstäblich unter dem Hintern weggestohlen. Er strebte ein wirtschaftlich vereinigtes Französisch-Afrika an, dessen Zentrum am Tschadsee liegen sollte. Sein Plan sah die Entwicklung und Industrialisierung der französischen Besitzungen und Interessengebiete in Afrika vor. Man sprach in Frankreich in diesem Zusammenhang vom Transsahara-Eisenbahnprojekt.

Diese Eisenbahn, wäre es dazu gekommen, hätte die gesamte Sahelzone und das nördlicher gelegene Wüstengebiet der Sahara vom Westen bis zum Osten Afrikas umgekrempelt. Hanotaux versuchte eine vorsichtige Politik der Annäherung zwischen den verfeindeten Staaten Deutschland und Frankreich. Hanotaux war hierzu durchaus bereit. Aber dann nahm die infame Dreyfus-Affäre in der französischen Presse immer wildere Formen an.

Hanotaux bemerkte zu den britischen Aktivitäten in der Zeit um den Faschoda-Zwischenfall in einem Kommentar aus dem Jahre Als Frankreich nach aufgrund einiger Umstände und auf Anregung des genialen Julius Ferry sich daran machte, seine entvölkerten Kolonien wiederherzustellen, traf es immer auf den gleichen Widerstand. Der eigentliche Kitt, der die beiden widerstreitenden Partner zusammenhielt, war die wachsende Wirtschaftsmacht Deutschlands. Hanotaux kommentierte die traurige Entwicklung der Dinge mit der Bemerkung: Es gründete sich auf den Ausbau der Infrastruktur und auf 53 Schutzzölle.

Witte stand in recht enger persönlicher Beziehung zu Hanotaux in Frankreich. Witte selbst hatte den deutschen Wirtschaftler und Eisenbahnverfechter Friedrich List eingehend studiert. Indem die Transsibirische Eisenbahn einen Landweg nach China herstellte, hätten die britischen Besatzungstrappen in den chinesischen Häfen die rassisch-chinesischen Beziehungen nicht länger kontrollieren und torpedieren können.

Witte ernannte ihn zum Vorsitzenden des neugegründeten Amtes für Industrienormen. Kurz nach Baubeginn der Transsibirischen Eisenbahn brachte ein A. Um das zu erreichen, bedurfte es noch einer Reihe von Kriegen und Krisen. Sie stellten sich ein, als der britische Versuch, die Transsibirische Eisenbahn zu verhindern, fehlgeschlagen war. Die nächsten sieben Jahre nutzte es, um sich auf die Endlösung der wirtschaftlichen Herausforderung durch die Deutschen vorzubereiten.

Im so bezeichneten ersten BalkanKrieg von unterstützte England insgeheim Serbien, Bulgarien und Griechenland und trieb diese Nationen zu einem Krieg gegen das schwache Osmanische Reich. Die Türkei verlor dabei die meisten seiner europäischen Besitzungen. Jetzt half Rumänien, seinen Nachbarn Bulgarien zu zertreten. Ein Serbe hatte sie abfeuert. Bis heute konnte nicht geklärt werden, wer ihm dazu den Auftrag erteilt hatte.

Jedenfalls lösten sie eine vorhersehbare Kette tragischer Ereignisse aus, die in den Ersten Weltkrieg mündeten. New York , bei Harcourt Brace. New York , bei The John Day. Berlin , bei Ullstein, S.

The Guardians of the Gate. The Modern History of Kuwait. London , bei Luzak, S. Hanighen, siehe oben, S.

Helfferich, siehe oben, S. New York , bei Macmillan, S. Die britische Staatskasse war leer, die Finanzen des Empire bankrott, ehe noch der Krieg erklärt war. Schaut man sich die finanziellen Verhältnisse der wichtigsten Kriegspartei genauer an, dann findet man eine Menge geheimer Kreditabkommen, die an detaillierte Pläne gekoppelt waren, wie die Rohstoffe und natürlichen Quellen des Reichtums der Welt nach dem Krieg neu verteilt werden sollten.

Dabei spielten die bekannten und vermuteten Erdölvorkommen des Osmanischen Reiches eine besondere Rolle. Man hatte also schon vor dem Krieg verpfändet, was man durch den Krieg in seinen Besitz zu bringen gedachte.

Den meisten Darstellungen zufolge wurde der Erste Weltkrieg von den Schüssen eines gedungenen serbischen Mörders ausgelöst, die in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo am Juni den Erzherzog und Thronfolger der österreichisch-ungarischen Monarchie Franz Ferdinand und dessen Frau töteten.

Nach einem Monat seltsamer und dann auch vergeblicher Verhandlungen erklärte am Juli das damals noch mächtige Österreich dem kleinen Serbien wegen des Mordanschlags den Krieg. Schon am folgenden Tag, also am Der Zar unterbrach die Mobilmachung tatsächlich, aber schon am darauffolgenden Tag, dem Juli, gelang es dem russischen Oberkommando, den verunsicherten Zaren zu überzeugen, die Mobilmachung fortzusetzen. Tags darauf, am Juli, erfolgte die Generalmobilmachung 58 in Deutschland.

August überreichte der deutsche Botschafter in Petersburg dem Zaren die deutsche Kriegserklärung. Es wird berichtet, er habe sich seiner Tränen nicht erwehren können und sei während der Audienz aus dem Zimmer gerannt.

Dem deutschen Generalstab drohte ein Zweifrontenkrieg. Für diesen Fall war der Schlieffen-Plan vorbereitet worden. Daher erklärte Deutschland Frankreich, um einem französischen Angriff nach abgeschlossener russischer Mobilmachung zuvorzukommen, am 3. Um die französischen Befestigungsanlagen an der Grenze zu Deutschland zu umgehen, marschierten die deutschen Truppen durch Belgien, obwohl die belgische Regierung die Zustimmung hierzu am 2. Das kam einer Kriegserklärung gleich, und England trat damit auch selbst in den Krieg ein.

Das tatsächliche Motiv Englands hatte aber nichts mit nachbarlicher Hilfeleistung zu tun. Interessante Fragen werfen in diesem Zusammenhang die kürzlich zur Veröffentlichung freigegebenen Memoranden des britischen Schatzamtes unter Schatzkanzler David Lloyd George auf. Das Pfund Sterling galt auf den internationalen Finanzmärkten als dem Währungsgold ebenbürtig. Somit spielte das Pfund dieselbe Rolle wie der amerikanische Dollar vor dem Der streng vertrauliche Bericht, dem diese Zeilen entnommen sind, war sieben Monate vor Ausbruch des Weltkriegs, als angeblich niemand einen Krieg für möglich hielt, geschrieben worden.

Mai schrieb ein höherer Finanzbeamter namens Basil Blackett ein weiteres streng vertrauliches Memorandum für seinen Kanzler Lloyd George. Blackett schreibt darin bezeichnenderweise: Im Hinblick auf Englands Kriegseintritt an jenem schicksalhaften 4. Diese wurden für die Dauer des Dringlichkeitsfalles zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt.

August war die britische Finanzwelt zum Krieg gegen Deutschland bereit. Davon wird noch zu reden sein. Das Erdöl erwies sich dabei als unumgänglicher Schlüssel zum militärischen Erfolg. Das Zeitalter des Luftkriegs, der beweglichen Panzerkämpfe und der raschen Marineeinsätze begann. All das stand oder fiel mit der sicheren und reichlichen Treibstoffversorgung. August England zum Krieg antrieb.

Es wurde der blutigste und zerstörerischste Krieg der bisherigen Geschichte. Nach amtlichen Statistiken errechnete man zwischen 16 und 20 Millionen Tote, davon waren zehn Millionen und mehr Zivilisten. Selten werden in der Literatur die geopolitischen Ziele erörtert, die England lange vor anstrebte und jetzt mit diesem Krieg verfolgte.

Man 61 wollte sich durch Eroberungen und territoriale Neuordnung nach dem Krieg vor allem die uneingeschränkte Kontrolle über die wichtigsten Lagerstätten des strategischen Rohstoffs der Zukunft sichern: Sie verstanden darunter den Aufbau eines neuen, weltumspannenden Britischen Empire, dessen Führungsanspruch für den Rest des Jahrhunderts nicht mehr angefochten werden konnte, kurz: Man wollte den Komplex von Ölbohr- und Förderanlagen, Raffinerien und Verladeeinrichtungen, die englische, holländische und französische Firmen dort unterhielten, zu einem einheitlichen deutschen Kombinat zusammenfügen.

England kam dem deutschen Generalstab zuvor, besetzte die Ölfelder und schnitt dem deutschen Generalstab für die letzte Offensive im Westen die Ölversorgung ab. Es zeigte sich immer deutlicher: Das Öl rückte in den Mittelpunkt der Geopolitik. Am Ende des Ersten Weltkrieges zweifelte keine der führenden Mächte an der strategischen Bedeutung des neuen Treibstoffs hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und militärischen Interessen. Zu Kriegsende liefen 40 Prozent der britischen Flotte mit Öl.

Zu Beginn des Krieges verfügte die französische Arme über ganze Lastkraftwagen, 60 Traktoren und 62 Flugzeuge. Vier Jahre später hatten sie ihre Bestände auf 70 Lkw und 12 Flugzeuge vermehrt.

Wie hätten sie ohne Öl die Beweglichkeit der Flotte, den Transport der Truppen oder die Herstellung der Sprengstoffe ermöglichen können? November , zehn Tage nachdem die Waffenstillstandsverhandlungen den Krieg beendet hatten. Deutschland legte zuviel Wert auf seine Überlegenheit bei Kohle und Stahl und hat unsere Überlegenheit in der Ölversorgung zuwenig in Rechnung gestellt. Der Völkerbund lieferte, ähnlich wie heute die UNO, eine Fassade internationaler Legitimität, hinter der sich die nackten imperialistischen Territorialansprüche Englands Geltung verschaffen konnten.

Englands Krieg im Osten Wenn irgend etwas offenlegt, was die Alliierten mit der Einkesselung Deutschlands, Österreich-Ungarns und des Osmanischen Reichs bezwekken wollten, dann tut das ein diplomatisches Geheimabkommen, das , auf dem Höhepunkt des Schlachtenlärms, unterzeichnet worden war. Gemeint ist das Sykes-Picot-Abkommen, so benannt nach den beiden Beamten, die es ausgearbeitet hatten. Das Abkommen zeigt, wie direkt England seine Verbündeten — vor allem die arabischen, aber auch die anderen — betrog.

England schrieb in ihm seine Absicht fest, die noch unentwickelten Erdölvorkommen der arabischen Golfregion an sich zu bringen. Den Franzosen sandte es Hilfstruppen und Kanonenfutter aus seinen indischen und afrikanischen Kolonien.

Dieser Zweck stand aber in keinem Verhältnis zu dem Aufwand an Menschen und Material an diesem militärisch relativ abgelegenen Frontabschnitt. Die Einzelheiten waren im Februar ausgearbeitet, das Vertragswerk selbst im darauffolgenden Mai unterzeichnet worden. Um dem französischen Unterhändler Georges Picot, dem früheren Generalkonsul in Beirut, dahingehend Zugeständnisse abzuringen, hatte Sykes Vollmacht, Frankreich wertvolle arabische Gebiete im Osmanischen Reich zu versprechen.

Ausdrücklich wurden Frankreich die Ölkonzessionen der türkischen Petroleumgesellschaft zugesprochen, die der Deutschen Bank gehörten. Das Abkommen gestand ausdrücklich den Transport britischer Truppen auf dieser Bahn zu. Italien hatte man das Bergland an der Mittelmeerküste Südanatoliens und die vorgelagerte Zwölferinselgruppe versprochen.

Diesen groben Fehler bedauerten die Briten später zutiefst. Die Gallipoli-Expedition von und ihr verheerendes Scheitern hatte England militärisch beträchtlich geschwächt.

Dadurch sah sich England gezwungen, Frankreich die Konzessionen für die Ölfelder von Mosul zu überlassen, obwohl England sie zunächst für sich beansprucht hatte. England hatte als Gegenleistung für diese Truppen, die sich dem Oberbefehl von T. Aber statt stolz auf das zu sein, was wir zusammen erreichten, plagte mich ständig eine bittere Scham. Um dem Betrug noch den Hohn aufzusetzen, erklärten England und Frankreich am 7.

Zu den Landmassen in ehemals türkischem Besitz gehörte auch Palästina. Weltweit gab es unzählige Juden, die es zu Geld und Wohlstand gebracht hatten. Es ging um die Gründung eines jüdischen Staates auf dem Gebiet Palästinas. November fiel in die für die anglo-französische Kriegsallianz finsterste Zeit des Ersten Weltkriegs. Die russische Front war unter dem Druck des innenpolitischen und wirtschaftlichen Chaos zusammengebrochen, und die Bolschewisten hatten die Macht übernommen.

Sie hat dem Kabinett vorgelegen und seine Zustimmung gefunden. Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk und will alle Anstrengungen unternehmen, um dieses Ziel zu erreichen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung der zionistischen Vereinigung zur Kenntnis bringen würden.

Der Völkerbund wurde damals auf der ganzen Linie von den Briten kontrolliert. Er lieferte den Vorwand, um territoriale Verschiebungen mit weltweiten Auswirkungen zu erzwingen. Es handelte sich um arabische Palästinenser. Es sollte sich nicht wie bisher auf militärische Machtmittel stützen, sondern auf die neuen Methoden der sozialen Kontrolle, auf Medienfehlinformation und sozio-psychologische Manipulation. Wenn es auch im wesentlichen Rothschild-Gelder waren, die diese Organisation zum Leben erweckt hatten, war er nicht der richtige Ansprechpartner.

Rothschild finanzierte die Auswanderung russischer und polnischer Juden über eine jüdische Kolonisierungsgesellschaft. Bei ihr führte er den Vorsitz auf Lebenszeit. Aber in London nahm man es nicht so genau, wenn es galt, ferne Länder für die jüdische Emigration zu öffnen. In England wurden jüdische Flüchtlinge zu dieser Zeit keineswegs mit offenen Armen empfangen. Palästina lag nicht nur dicht bei einem Gefahrenpunkt für die Hauptschlagader des Britischen Empire, der Seeverbindung nach Indien.

Es hatte auch eine Schlüsselstellung zwischen den der Türkei abgenommenen Erdölländern des Nahen Ostens. Im britischen Protektorat Palästina eine aufmüpfige Minorität unterzubringen würde London eine Menge neuer strategischer Möglichkeiten an die Hand geben, glaubten Balfour und seine Leute — und hatten dabei zynische Hintergedanken. In ihrer Anfangszeit gab sich die Round-Table-Gruppe, wie sie manchmal auch genannt wurde, ausgesprochen antideutsch und imperialistisch.

Beide gemeinsam können nicht überdauern. Wenn dem Britischen Empire die Kraft fehlt, als wirklicher Vermittler zwischen den Nationen zu handeln, dann werden die reaktionären Standards der deutschen Bürokratie triumphieren.

Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann das Britische Empire selbst zum Opfer eines internationalen Zwischenfalls wie dem von Agadir wird.

Sie schlug die Bildung eines britischen Commonwealth of Nations vor, der den Ländern eine gewisse Illusion von Unabhängigkeit erlaubte. Das Institut wurde in den Korridoren von Versailles gegründet. Zwischen den untereinander zerstrittenen arabischen Staaten sollte ein von Juden dominierter Staat entstehen.

In Mackinders Worten liest es sich so: Sie unterscheidet sich nicht wesentlich von der idealen Lage Jerusalems im Mittelalter oder seiner strategischen Position in der Antike zwischen Babylon und Ägypten. Schon wird in der Ebene von Jaffa an der Eisenbahnverbindung zwischen dem südlichen und dem nördlichen Herzland gebaut. Es zwang Deutschland nicht an den Verhandlungstisch.

Für das britische Kolonialreich zwischen dem Kap der Guten Hoffnung und Kairo bildete diese Kolonie allerdings eine wichtige Landbrücke. England kontrollierte aber nicht nur ein riesiges Kolonialgebiet. Es hatte seine Hand auf die wichtigsten Rohstoffe für die Weltindustrie gelegt. Das fing beim Gold, dem standardisierten internationalen Zahlungsmittel des Welthandels, an und reichte bis zum Erdöl, das sich als der wichtigste Energierohstoff der künftigen industriellen Entwicklung herausgestellt hatte.

Dieser Kolonialbesitz ist seit bis in unsere Tage in jeder Beziehung geopolitische Realität geblieben. Auch der Burenkrieg von bis war ein Projekt dieser Gruppe gewesen. Er wurde von Cecil Rhodes persönlich angeregt und finanziert.

Rhodes hoffte, durch diesen Krieg England die Kontrolle über die riesigen Bodenschätze des Transvaal sichern zu können. Bis dahin gehörten sie den Buren, einer kleinen, aus Holland stammenden Minderheit. Es hatte verstanden, sich die erst vor kurzem entdeckten riesigen Ölvorkommen des Osmanischen Reiches an- 73 zueignen und zu sichern.

Es hatte dazu die Araber betrogen, eine ungeheure militärische Präsenz im Nahen Osten aufgebaut und das britische Protektorat über Palästina eingerichtet, um es allmählich zu einem neuen jüdischen Staat auszubauen.

Aber nicht alle Rechnungen waren schon aufgegangen. Memorandum on British Gold Reserves sent to Chancellor. Letter to the Chancellor Lloyd George, dated, 2 a. Public Record Office, T New York , bei John Day, S.

Documents on British Foreign Policy, Seven Pillars of Wisdom. London, Cape, , S. Britain, France and the Arab Middle East, The Struggle for Arab Independence: AStudy inAnglo-Zionist Diplomacy, London , bei Frank Cass. A Story of Wealth and Power. London , bei Mandarin, S. Kerr, Philip Lord Lothian: Democratie Ideals and Reality. New York, , bei W. From Rhodes to Clividen. New York , bei Books in Focus, S.

Zu beachten ist allerdings der kleine Schönheitsfehler, der im Zuge der Kriegsereignisse leicht übergangen wird: Der Sieg war mit geliehenem Geld errungen worden. Diese Gelder waren kriegsentscheidend. Die britische Binnenwirtschaft selbst war aber keineswegs gesund, sie steckte in einer tiefen Nachkriegsdepression.

Die Industrie lag darnieder, die Produktionsanlagen waren überaltert, die Preisinflation kletterte über die vier Kriegsjahre auf Prozent. Die Staatsschulden hatten sich in dieser Zeit verneunfacht und beliefen sich auf die enorme Summe von 7,4 Milliarden Pfund Sterling, das waren Prozent mehr als In den USA sah man das anders.

Eine Reihe international tätiger Bankhäuser, Finanzmakler und die von ihnen abhängigen Firmen hielten nunmehr sich selbst und nicht mehr ihre englischen Kollegen für die mächtigste Wirtschaftsmacht der Welt. Sie glaubten, damit auch das Recht auf die Weltführung erworben zu haben.

Um diese Frage entstand 76 in den nächsten Jahren ein erbitterter Machtkampf zwischen britischen und amerikanischen Wirtschaftskreisen, der bisweilen fast zu blutigen Auseinandersetzungen führte. Sie beanspruchte für sich die Kontrolle über die Schiffahrtswege, die Kontrolle über die Weltfinanzen und die Kontrolle über die verfügbaren Rohstoffe.

Nun schien sich ihnen die Gelegenheit zu bieten, die Position des Juniorpartners abzuschütteln und selbst das Geschäft zu übernehmen. So entbrannte ein heftiger Streit zwischen den englischen und amerikanischen Eliten. Einerseits zogen sie nach wie vor am gleichen Strang, andererseits trachteten sie danach, sich diesen Strang gegenseitig zu entwinden. Auch dieser Konflikt bildete den Nährboden für den kommenden Zweiten Weltkrieg.

Das Ziel war verlockend. Im Jahr war diese Frage noch nicht entschieden. Ferner halten sie nach Gelegenheiten Ausschau, uns wie einen Vasallen zu behandeln, solange wir mit unseren Schuldzahlungen im Rückstand bleiben. Seit hatten die Engländer vorzugsweise in den USA investiert. Sie legten ihr Geld besonders gerne in Eisenbahn-Aktien an, wo sie mit ihnen 77 nahestehenden New Yorker Bankhäusern handelten. Als der Krieg ausbrach, schickte das britische Kriegsministerium einen Sonderbeauftragten in das damals noch neutrale Amerika, um den Kauf von Kriegsgerät und wichtigen Versorgungsgütern zu vereinbaren.

Man rechnete damals allgemein mit einem kurzen Kriegsverlauf. Morgan war der exklusive Verkäufer britischer Kriegsanleihen in den USA und vermittelte Bankkredite und vergleichbare Zwischenfinanzierungen. Auf diese Weise sammelten sich beim Bankhaus Morgan Schulden in einem Umfang an, wie sie nie zuvor in der Wirtschaftsgeschichte von einer einzelnen Bank jongliert worden waren.

Noch nie zuvor hatte ein privates Bankhaus mit einem so hohen und riskanten Einsatz gespielt. Das Britische Empire und sein Mutterland waren schon zu Beginn des Krieges so gut wie bankrott gewesen. Morgan bediente sich dazu natürlich auch seiner europäischen Niederlassungen.

Morgan vereinigte im eigenen Haus die wirtschaftspolitische Führungsgruppe der Entente. Wenn man sich den Umfang der Finanzierungsanforderungen der alliierten Kriegsanstrengungen vor Augen führt, wird klar, welche politische und finanzielle Macht hier ein einzelnes Finanzinstitut auf sich konzentriert hatte.

Dafür hatte die bisherige Geschichte kein Beispiel. Das Privileg, als einziger Einkaufsagent für den Kriegsbedarf der Entente tätig zu sein, erhob das Haus Morgan zum Richter über die Exi- 78 stenzfähigkeit zahlreicher Firmen der amerikanischen Exportindustrie. Sie durften Morgans europäische Kunden versorgen. Immerhin hatte allein das britische Kriegsministerium durch das Bankhaus Morgan Einkäufe im Wert von 20 20 Milliarden Dollar tätigen lassen.

Dabei sind nicht die Anleihen eingerechnet, die Morgan direkt für England, Frankreich und die anderen Alliierten gezeichnet hatte. Das vertrug sich natürlich nicht mit dem behaupteten neutralen Status. Es verletzte eindeutig das Völkerrecht, wonach es neutralen Ländern verboten ist, auf ihrem Hoheitsgebiet Versorgungsbasen kriegsführender Nationen zu dulden. Dies war aber nur ein Vorwand. Morgan hatte für seine Agententätigkeit eine Provision von zwei Prozent auf den Nettopreis aller nach Europa verschifften Waren genommen.

Das ergab alles in allem eine stolze Summe. Jedenfalls sah sich Morgan gezwungen, das Geschäft mit K. Stettinius als Partner zu teilen. Von der Anzeige des Senatsunterausschusses war nicht lange die Rede. Von bis zum Jahr wuchsen die amerikanischen Exporte nach England um 68 Prozent. So etwas war dem privaten Bankhaus Morgan nur möglich, weil es Sonderbeziehungen zur damals gerade gegründeten amerikanischen Bundesbank, der Federal Reserve Bank, unterhielt.

Ihn hatte Morgan zuvor bei sich als Bankier beschäftigt. Das Unternehmen der Kriegsfinanzierung war für Morgan höchst riskant. Seine Bank drohte mehrere Male unter der ungeheuren Finanzlast zusammenzubrechen. Im Bankhaus Morgan wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. Alle ihm zu Gebote stehenden Propagandakanäle begannen die Kriegstrommel zu rühren, und alle politischen und finanziellen Hebel wurden in Bewegung gesetzt, um die USA offen in den Krieg einzuschalten. Dies fand selbstverständlich die aufmerksame Unterstützung der britischen Elite und der höchsten Stellen des britischen Geheimdienstes.

Alles andere hätte für das Bankhaus Morgan und seine Klienten das endgültige Aus bedeutet. Ohne den Erfolg der Kriegspropaganda wären Morgan und mit ihm England im Frühjahr finanziell restlos ruiniert gewesen. Dabei wurden auch amerikanische Munitionstransporter und Öltanker versenkt. April endlich zur offenen Kriegserklärung an Deutschland aufraffte, setzte die New Yorker Bankenwelt unter Führung des Gouverneurs der Federal Reserve, Strong, die ehrgeizigste Finanzierungsoperation der bisherigen Geschichte in Gang.

Es ist fraglich, ob die Vereinigten Staaten von Amerika den englischen Krieg in dem Umfang, wie sie es dann taten, finanziert hätten, wäre am Auch England hätte ohne eine solche Einrichtung in der Rückhand wohl kaum sein abenteuerliches Spiel gegen die Konkurrenz in Kontinentaleuropa gewagt. Der deutsche Reichstag hatte aufgrund seiner Erfahrungen mit der Finanzkrise seit den er Jahren die Möglichkeiten zur Spekulation drastisch eingegrenzt.

Diese Leute waren alle ausnahmslos vom Haus Morgan abhängig. Sie waren bei ihren Kollegen in London in die Schule gegangen, hatten die Mechanismen studiert, mit denen die britische Elite die Weltfinanzen zu ihrem Vorteil handhabte und waren nun von der Idee beherrscht, New York zum Weltfinanzzentrum zu erheben. Im August legte die Federal Reserve sogenannte Freiheitsanleihen und -obligationen auf, um die amerikanischen Kriegsanstrengungen zu finanzieren.

Sie brachte bis zum Juni die atemberaubende Summe von 21,5 Milliarden Dollar ein. Nie zuvor in der Geschichte wurde eine solche Summe Geld in so kurzer Zeit zusammengebracht. Die Provision, die Morgan daraus zog, konnte sich sehen lassen.

Im Jahre stellte Thomas W. Sie waren zu allem bereit, um sich diese Macht zu erhalten. Morgans Leute, unter ihnen auch Thomas W. Sie besetzten dort eine permanent tagende Kommission, die den genauen Betrag der deutschen Kriegsreparationen berechnete und hierfür die Zahlungsbedingungen festlegte. Als gut konservative Bankiers wollten Morgan und seine Freunde den Briten und ihren Alliierten die Kriegsanleihen in der Siegeseuphorie nicht einfach erlassen, auch wenn A.

Trotzdem gelang es Morgan, sich noch einen beträchtlichen Anteil an den deutschen Reparationszahlungen zu sichern. Nachdem die Menge amerikanischer Kriegsschulden über alles hinausgewachsen war, was man bisher erlebt hatte, verschwammen die Interessen der US-Regierung mit denen des Bankhauses Morgan. New Yorks Banken fordern die Londoner City heraus Während der Versailler Verhandlungen gründete sich eine neue Institution zur Regelung der gemeinsamen anglo-amerikanischen strategischen Angelegenheiten.

Dazu wurden ihm als Erstausstattung von Thomas W. Lamont vom Bankhaus Morgan Pfund Sterling überwiesen. Der erste hauptamtlich angestellte Mitarbeiter des Instituts war der später berühmte Historiker Arnold J. Eigentliche Aufgabe der Institution war es, in der Nachkriegs-Ära die amerikanischen und englischen Interessen aufeinander abzustimmen.

Das aber wollte in den ersten Jahren nicht recht gelingen. Hinzu kam die Frage, wie der Flottenausbau und die Währungsbeziehungen unter dem Goldstandard zu regeln seien.

Vor allem anderen galt es aber, die Kontrolle über die bis dahin noch nicht erschlossenen Erdölvorkommen der Welt abzustecken. Erst als diese Streitfragen geklärt waren, konnte es zur anglo-amerikanischen Zusammenarbeit in der Form kommen, wie wir sie heute kennen.

Dulles war für die US-Regierung in führender Position an den Versailler Verhandlungen beteiligt gewesen und hatte dort den berüchtigten Artikel durchgesetzt. Er enthielt die infame Klausel über die deutsche Alleinschuld am Krieg. Verluste werden im Endergebnis in Schulden gemessen.

Schulden erscheinen unter vielerlei Formen, als Binnenschulden, Reparationsforderungen, Verbindlichkeiten zwischen Alliierten und ähnlichem.

Sie drücken sich in der Regel in Obligationen, Schuldbriefen usw. Das war ein Betrag, der in jenen Tagen über alles Fassungsvermögen ging. Im Mai wurde die Gesamtsumme endgültig auf Milliarden Goldmark festgelegt. Deutschland erhielt sechs Tage Zeit, die Schuld anzuerkennen. Dazu kam es danach aus anderen Gründen. Der weltweit um das Öl entbrannte Konkurrenzkampf spielte hierbei eine entscheidende Rolle. Man raubte ihm seine Kolonien und zog seine Besitzungen im Ausland ein. Darunter fiel zum Beispiel auch die 25prozentige Beteiligung an der türkischen PetroleumGesellschaft.

Deshalb waren die USA auch dem Völkerbund nicht beigetreten. Trotzdem wurden sie wirksam. Sie bestimmten die Geschicke im Nachkriegseuropa. Die Kriegsschulden prägten das Weltfinanzsystem und die internationale Geldpolitik von bis zum Börsenkrach Der Betrag aller bestehenden internationalen Verbindlichkeiten wurde zusammengezählt und der Kriegsschuld Deutschlands zugeschlagen. Der Schuldendienst band alle Gelder, die man für den Wiederaufbau und die Modernisierung der unter der Kriegslast heruntergewirtschafteten europäischen Industrie hätte investieren sollen.

Morgan und seine Kollegen genossen gegenüber der zerstörten europäischen Wirtschaft Konkurrenzvorteile, denn die New Yorker Banken konnten der zerstörten europäischen Wirtschaft die Kreditbedingungen diktieren. Die Profite aus den neuen europäischen Anleihen, mit denen die Zinsen der alten Schulden gezahlt wurden, versprachen weit höhere Renditen als alle nur denkbaren Investitionen in die amerikanische Industrie und die Erweiterung ihrer Produktionskapazität.

Dadurch wurde Liquidität geschaffen, die man einsammeln und lukrativ auf den europäischen Markt werfen konnte. Amerikanische Nachkriegsanleihen überschwemmten Europa und den Rest der Welt. Dort wurde das Finanzkapital strikter kontrolliert und erzielte eine höhere Risikoprämie als in den USA. England und der neue Gouverneur der Bank von England, Montagu Norman, verfolgten nervös, wie amerikanische Finanziers wie die Wölfe in ihre traditionellen Finanzweiden einfielen und dort ihre besten Schafe rissen.

In der ersten Nachkriegszeit verschärfte sich die Rivalität zwischen Amerikanern und Engländern auf den Finanzmärkten dramatisch. Gold war am wichtigsten, und im Jahre wollten die USA den Briten die Gold- und Erzbergwerke Südafrikas abnehmen, die diese sich erst 20 Jahre zuvor im blutigen Burenkrieg gesichert hatten. Kemmerer von der Universität Princeton eingeladen. Es gab damals 1,5 Millionen Arbeitslose in England. England hätte dadurch alles verloren, wofür es mit so hohem Einsatz militärisch gekämpft hatte.

Die Opfer seiner eigenen und der Bevölkerung aller anderer Länder wären in den Augen der Londoner Finanziers vertan gewesen. Die Gefahr konnte abgewehrt werden, aber zurück blieb eine Wunde, die nicht so schnell heilen wollte.

Das kam den britischen Interessen sehr entgegen. Gierig streckten sie ihre Hände nach allem aus, was die Engländer für ihre Domäne hielten. Die Versammelten wollten im Detail vereinbaren, welche Länder welchen Teil der Ölvorräte des früheren Osmanischen Reiches bekommen sollten.

Die Franzosen erhielten also eine 25prozentige Beteiligung an der Konzession der ehemals deutsch-türkischen Petroleum-Gesellschaft, die man Deutschland als Teil der Kriegsbeute abgenommen hatte. Die Gesellschaft sollte die Konzessionen in Mesopotamien wahrnehmen. Er stand der Royal Dutch Shell vor und diente in dieser Eigenschaft zugleich in der britischen Geheimdienstelite in hoher Position.

Er hatte seiner Firma die riesigen, unerschlossenen Ölreserven in Mosul und Mesopotamien gesichert und Frankreich an das benachbarte Syrien verwiesen. Er leitete damals das Komitee für Ölpolitik in London. Später wurde er Vorstandsvorsitzender der regierungseigenen Anglo-Persischen Ölgesellschaft. Cadman und Deterding hatten in privaten Gesprächen das San-Remo-Abkommen vorbereitet und seine wichtigsten Bestimmungen vorher festgelegt. Die Pipeline und alle damit verbundenen Unternehmungen wurden von der landesüblichen Steuer befreit.

Das hätte den Briten praktisch das Monopol auf alles Öl, das im Nahen Osten gefördert wird, gelassen. Das San-Remo-Abkommen enthielt nämlich eine Klausel, die es den Briten erlaubte, jede andere ausländische Konzession aus dem gesamten Gebiet fernzuhalten. Da Frankreich aus dem Krieg wirtschaftlich wesentlich schwächer hervorgegangen war als England, erwies sich das SanRemo-Abkommen als ein typischer Londoner Streich. Es fesselte Frankreich an ein weltweites Dominium über Öl, dessen bestimmender Mittelpunkt England war und das nun über die reichen Ölquellen der arabischen Gebiete des ehemals Osmanischen Reiches herrschte.

Dort sollte die Aufteilung der neu erworbenen Gebiete besiegelt werden. Im Land wurde die britische Luftwaffe fest stationiert. April durch den britischen Gesandten in Washington eine kurze Note übergeben. Die amerikanischen Öl- und Bankkreise waren aufgeschreckt. Übrig blieb nur noch Lateinamerika. Hier sollten während der er Jahre amerikanische und britische Ölinteressen hart aufeinanderprallen.

Es galt nicht, eine undemokratische Regierung durch eine demokratischere zu ersetzen. Im Jahr kam es zu einem bedeutungslosen Vorfall, bei dem amerikanische Marinesoldaten während ihres Aufenthalts im Hafen von Tampico in polizeilichen Gewahrsam genommen worden waren.

Amerikanische Truppen landeten im Feuerschutz der Schiffsgeschütze und eroberten das Zollamt. Bei diesem Vorfall fielen 20 Amerikaner und Mexikaner.

Die Operation sollte die Regierung von General Victoriano Huerta stürzen, der offensichtlich von der Ölgesellschaft Mexican Eagle ins Amt gehievt und finanziert worden war. Er war in die Mexican Eagle eingeschleust worden, um die mexikanische Ölförderung an britische Interessen zu binden. Bei den Lieferungen lag auch ein Scheck über Dollar an den General persönlich. Die amerikanischen Ölinteressen hatten den Briten Mexiko abgejagt.

Es blieb für die Dauer des Krieges von dem amerikanisch-englischen Streit ums Öl verschont. So konnte Carranza bis Präsident bleiben. Carranza hatte als Vermächtnis Mexikos erste Verfassung hinterlassen. Sie trat in Kraft.

Dieser Kampf dauerte bis Ende der er Jahre. Die britischen und amerikanischen Ölmagnaten antworteten darauf mit einem Boykott, den ihre Re- 90 gierungen gegen Mexiko verhängten und 40 Jahre lang folgsam aufrechterhielten. Sie spielte dort bei der Ölförderung eine wichtige Rolle und stellte sich gerne als Gegengewicht zu den starken amerikanischen Ölgesellschaften heraus. Pearson arbeitete nicht nur wie andere britische Ölmagnaten für den britischen Geheimdienst.

Das brachte ihm den Lord-Titel ein. Mit ihrer Hilfe gelang es, die Kontrolle über alle die Gebiete an sich zu ziehen, wo irgendwelche nennenswerten Ölvorkommen vermutet wurden.

Hierbei taten sich besonders vier Firmen hervor, die alle auch direkt mit britischen Geheimdienstaktivitäten verflochten waren. Er war in Amsterdam geboren. Er machte Karriere und wurde bald Präsident einer kleinen holländischen Firma, die in Europa indonesisches Öl 91 zum Betrieb von Petroleumlampen verkaufte.

Er tat sich mit einer Schifffahrtsgesellschaft zusammen. Dieser Mann sollte den ersten Öltanker der Welt bauen. Dies gelang natürlich nur, weil ihm die britische Regierung den Rücken deckte. Deterding hatte inzwischen die britische Staatsangehörigkeit angenommen.

Beide Firmen waren hundertprozentige Töchter der Shell-Auslandsabteilung. Sie unterstand einem gewissen Mr. Alves übernahm es, in Mittel- und Südamerika neu entdeckte Ölfelder der 92 amerikanischen Rockefeller-Gruppe wegzuschnappen und England zu sichern.

Das Gebiet lag nahe an der Grenze zu Panama und der wichtigen Kanalzone. Ihre erste Amtshandlung bestand darin, alle zuvor vergebenen Ölkonzessionen für null und nichtig zu erklären. Das galt natürlich in erster Linie der BCO. Im Gegenzug für zinsgünstige, umfassende Kredite an die neue Regierung von Costa Rica erhielten nun amerikanische Ölgesellschaften umfassende Ölkonzessionen. BCO zog daraufhin weiter nach Süden. Royal Dutch Shell folgte ihm rasch und gründete zwei neue Firmen: Natürlich blieb Rockefellers Standard Oil nicht abseits stehen.

Sie nahm den Kampf um die Herrschaft über das lateinamerikanische Öl mit der neugegründeten Standard Oil of Venezuela auf. Venezuela wurde während der er Jahre zu einem der bedeutendsten Ölförderländer der Welt. Die britischen Firmen hatten so beträchtliche Erfolge, weil sie von ihrer Regierung insgeheim unterstützt wurden und auf die Hilfe der britischen Geheimdienste zurückgreifen konnten.

Wir werden noch einige Jahre warten müssen, bis der gesamte Vorteil dieser Situation Früchte trägt. Im Osten braute sich ein Bündnis zusammen, das Engländer und Amerikaner zwang, ihre Weltherrschaftsambitionen zu einem Kondominium zusammenzuführen.

Das Öl bildete nun die strategische Grundlage für die Sonderbeziehungen der ehemaligen Konkurrenten. Das Ereignis mit solch weitreichenden Folgen ereignete sich in Genua. Pacific Historical Review, Nr. Annals of the American Academy, März , S. Front Rhodes to Clivden. New York , bei Books in Focus. Journal of Economic History, Vol. New York , bei Hareourt Braee. New York , bei John Day.

Mohr, siehe oben, S. April platzte auf der internationalen Wirtschaftskonferenz in der Villa de Alberti im italienischen Genua eine politische Bombe, deren Druckwelle bis über den Atlantik reichte.

Die russische Seite habe auf deutsche Reparationszahlungen verzichtet, im Gegenzug sei Deutschland bereit, wichtige industrielle Technologie zu liefern. Der Wirtschaftsgipfel von Genua war auf Drängen Englands zustandegekommen. Zunächst wollte es zum Goldstandard zurückkehren, wie er vor gegolten hatte und von London kontrolliert worden war. Und drittens hatten die Briten ihre amerikanischen Kollegen davon überzeugen können, der Konferenz fernzubleiben und ihnen diese Initiative allein zu überlassen.

Englands Einladung an Moskau war eine deutliche Geste. Lukrative 96 Geschäfte mit den Russen sollten den diplomatischen Beziehungen folgen. In Vorgesprächen hatten die Kommunisten zugestimmt, Royal Dutch Shell und anderen britischen Ölfirmen den Zugang zu den im Krieg zerstörten Ölfeldern von Baku zu öffnen und ihnen die alten Förderkonzessionen wieder einzuräumen. Dabei hatte auch der damalige Kolonialminister Winston Churchill mitgeholfen. Sie stammten aus der Zeit vor der Revolution und schienen inzwischen wertlos geworden zu sein.

Entsprechend billig waren sie zu haben. Zum einen waren britische und amerikanische Expeditionstruppen in Archangelsk gelandet. Winston Churchill hatte sich hinter eine russische Exilregierung unter dem recht zwielichtigen Boris Savinkow gestellt. Savinkow war in der Übergangsregierung Kerenskys Kriegsminister gewesen und weithin als morphiumsüchtig bekannt. Zum anderen flog damals gerade die sogenannte Lockhart-Verschwörung auf. Beide wurden in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Um sicherzugehen, hatte Deterding für alle Fälle noch Gelder in eine kaukasische Separatistenbewegung gesteckt. Im Zweifelsfall hätte er sich von diesen Leuten die Ölfelder Bakus verpfänden lassen. Das zwang die Briten, ihre Taktik den Russen gegenüber zu ändern. Sinclair und das amerikanische Angebot Ebenso entschlossen wie die britischen Ölgesellschaften waren die amerikanischen, die riesigen russischen Ölfelder unter ihre Kontrolle zu bringen, allen voran Rockefellers Standard Oil.

Daraus entspann sich ein hitziger Konkurrenzkampf, der vor allem auf dem diplomatischen Parkett und mit Hilfe von Geheimdienstleuten ausgetragen wurde. Und hier fühlten sich die Briten überlegen. Die Sinclair Oil Company erschien allgemein als unabhängige Firma. Man schickte ihn immer dann aus, wenn sich irgendwo neue Felder oder Marktchancen andeuteten. Sinclair trat also auf, wenn man kein direktes Standard-Oil-Angebot machen wollte, weil das die allgemeine Aufmerksamkeit, vor allem der britischen Konkurrenz, geweckt und die Preise unnötig hochgetrieben hätte.

Es ging um den Wiederaufbau der wertvollen Ölfelder von Baku und darüber hinaus noch um die Entwicklung neuer, reicher 98 Ölvorkommen auf der Insel Sachalin. Ein weiteres Vorhaben war, zusammen mit der sowjetischen Regierung eine Handelsgesellschaft zu gründen, die das sowjetische Öl auf dem Weltmarkt vermarkten sollte. Den Gewinn wollten sich beide Seiten Die Sinclair-Gruppe wollte Millionen Dollar bereitstellen.

Das hätte die internationale Isolation der sowjetischen Regierung durchbrochen. Die Informationen, die ihn auslösten, stammten von der Konkurrenz, der Shell-Gruppe.

Deterding selbst hatte sie der Presse zugespielt. Ein Mediensturm brach los. Der Skandal verhinderte dies. Harry Sinclairs Photo schmückte am Binnen eines Jahres starb Präsident Harding unter sehr merkwürdigen Umständen. Tschitscherin mit dem Rapallo-Vertrag. Dabei war es eigentlich gar nicht Rathenaus bevorzugte Absicht gewesen, mit der Sowjetunion ins Geschäft zu kommen. Viel lieber wäre er mit den Briten und Amerikanern klargekommen.

Als Reichsminister für Wiederaufbau hatte er wiederholt Vorschläge und dringende Eingaben an die westlichen Siegermächte gerichtet. Von ihnen erhoffte er sich Zugeständnisse, die es der deutschen Wirtschaft ermöglicht hätten, das Geld für die Reparationszahlungen auch zu verdienen.

Er wurde immer wieder abgewiesen. Statt dessen knebelte man die deutsche Wirtschaft durch immer neue Auflagen und Benachteiligungen. Zum Beispiel erhoben seit gerade die Briten, die sich für den Freihandel so stark machten, einen Einfuhrsonderzoll von 26 Prozent auf Waren aus Deutschland. Im Westen wollte man alles unterbinden, was es den Deutschen erlaubt hätte, die Versailler Reparationsforderungen zu bezahlen.

Die Franzosen sollten nämlich auf die ihnen ursprünglich zugesagten Ölfelder von Mosul verzichten, und die Engländer wollten ihnen das durch Zugeständnisse bei der geplanten militärischen Besetzung des Ruhrgebiets schmackhaft machen. Als es dann zur Ruhrbesetzung kam, rührte sich, von einer diplomatischen Pflichtübung abgesehen, kein englischer Widerstand. Rathenau entstammte einer bekannten Industriellenfamilie. Die Idee, der Sowjetunion Industriegüter und -anlagen zu liefern, damit die deutsche Schwerindustrie zu sanieren und Deutschland die Rohstoffversorgung zu sichern, lag ihm also nicht fern.

Die Geldausschüttung erfolgte schneller, als es neugeschaffene Werte dafür zu kaufen gab. Die Inflation war vorprogrammiert. Sie wurde aber als kleineres Übel in Kauf genommen. Alles andere hätte nämlich unweigerlich zur wirtschaftlichen Selbstaufgabe Deutschlands geführt.

Im Jahre war die Golddeckung der Reichsmark auf die Hälfte des Vorkriegsstandes zusammengeschrumpft. Deutschland war vielmehr systematisch von den internationalen Kreditmärkten ausgeschlossen gewesen. Darüber hinaus hatten sich die Siegermächte nach der Niederlage alle für die Deutschen lebenswichtigen Wirtschaftsquellen angeeignet. Das genügte noch nicht. Dies alles wurde als Kriegsreparationszahlung eingetrieben, ehe noch ein Gesamtbetrag dafür festgelegt worden war.

Die Lieferungen wurden auf die später verhängten Geldzahlungen auch nicht angerechnet. Erst im Mai traf sich das Reparationskomitee der Siegermächte, um den endgültig aus Deutschland einzutreibenden Betrag und die Zahlungsbedingungen festzulegen. Selbst britische Experten wie John Maynard Keynes hielten diese Summe für das Dreifache dessen, was Deutschland mit einiger Wahrscheinlichkeit würde aufbringen können.

Die Reparationsschuld wurde mit jährlich sechs Prozent für damalige Verhältnisse sehr hoch verzinst. Zusätzlich wurde, wie bereits erwähnt, ein Sonderzoll über alle von Deutschland gelieferten Waren verhängt. Eine alliierte Reparationsagentur in Berlin überwachte die Zahlungsvorgänge im Land.

Denn die Siegermächte drohten das industrielle Herzland Deutschlands, das Ruhrgebiet, militärisch zu besetzen, falls Deutschland den unglaublichen Bedingungen nicht binnen sechs Tagen zustimmte oder seinen Zahlungsverpflichtungen nicht pünktlich nachkäme. Er allein hätte der deutschen Wirtschaft jedoch kaum wieder auf die Beine helfen können.

Was die westlichen Alliierten an dem Vertrag wirklich erschreckte, war etwas ganz anderes. Darüber hinaus hatten sich die Deutschen als Gegenleistung verpflichtet, in ihrem Land ein Netz von Öl- und Benzinlagern sowie Tankstellen einzurichten, das der Vermarktung sowjetischen Öls gedient hätte.

Damit hätte sich Deutschland aus dem eisernen Griff der britischen und amerikanischen Ölkartelle befreien können, die nach Versailles den deutschen Markt unangefochten beherrschten. Rathenau hat sich niemals gegen die Forderungen des Londoner Ultimatums gestellt. Er suchte nur blauäugig nach praktischen Möglichkeiten, sie erfüllen zu können. Bereits zwei Tage nach seiner offiziellen Bekanntmachung, am April , überreichten die Siegermächte in Berlin eine alliierte Protestnote.

Das war noch übliche diplomatische Praxis. Die weniger übliche folgte am Die Tat wurde als Ausgeburt des um sich greifenden Extremismus und Antisemitismus hingestellt.

Wie dem auch sei, der Architekt des Rapallo-Abkommens, einer der bedeutendsten Politiker im Nachkriegsdeutschland, war beseitigt und die Nation bis in die Grundfesten erschüttert. Der Mord an Rathenau war freilich nur der Anfang.

Den Rest hatte Frankreich zu erledigen. Frankreich sollte, wie gesagt, auf die Gebiete um Mosul verzichten, obwohl England ihm dieses Gebiet im geheimen Sykes-Picot-Abkommen von zugesagt hatte. England würde lediglich verbalen Protest dagegen erheben, im übrigen aber den französischen Schritt absichern. Er war vorsichtshalber in die Bestimmungen des Versailler Abkommens bereits eingebaut worden.

Eine Holzlieferung zur Herstellung von Telegrafenmasten war noch unterwegs, und an den Kohlelieferungen fehlte eine kleinere Menge. Im Juli war sie auf Mark pro Dollar gesunken. In der Reichsbank lief die Druckerpresse auf Hochtouren. Die Regierung wollte krampfhaft zwei miteinander nicht zu vereinbarende Ziele zugleich erreichen. Sie wollte den Londoner Reparationsforderungen pünktlich nachkommen und im Land Vollbeschäftigung erzielen.

Die Regierung förderte zu diesem Zweck die Exportindustrie, damit sie die für die Schuldenzahlungen benötigten Devisen verdienen konnte. Schon im Dezember war der Wert der Mark auf pro Dollar abgesackt. Januar gab das Reparationskomitee dem Antrag Frankreichs mit drei gegen eine Stimme statt. Frankreich, Belgien und Italien stimmten dafür, England hatte zum Schein widersprochen.

Deutschland wurde offiziell vorgeworfen, die Reparationszahlungen nicht eingehalten zu haben. Belgische und italienische Truppenteile beteiligten sich pro forma. Fabrikanlagen und die Städte des Ruhrgebietes sowie des übrigen Rheinlandes wurden besetzt.

Das besetzte Gebiet war Kilometer lang und etwa 50 Kilometer tief. In ihm lebten etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Hier wurden 80 Prozent der Steinkohle gefördert, 70 Prozent des Stahls erzeugt und 70 Prozent des Frachtaufkommens abgewickelt. England hatte noch selbst mit der Ruhrbesetzung gedroht, kritisierte nun aber zum Schein und wirkungslos das Vorgehen Frankreichs.

Die Reichsregierung rief die Bevölkerung zum passiven Widerstand auf. Sämtliche Beamte, auch die bei Post und Bahn, sollten sich weigern, Befehle der Besatzer auszuführen.

Aber nicht nur die Beamten folgten dem Aufruf. Aber auch damit kam die Produktion nicht nennenswert in Gang. Bis Ende gelang es den Besatzern unter Zwang, knapp ein Drittel von dem weg- zuschaffen, was ihnen zuvor freiwillig überstellt worden war. Bei Strafaktionen wurden mehr als Deutsche deportiert, getötet und verwundet. Die wirtschaftlichen Folgen der Besetzung waren verheerend, weil die Besatzer versuchten, das besetzte Gebiet hermetisch vom Reichsgebiet abzuriegeln.

Sie beschlagnahmten alle Bargeldbestände, die sie in den Kassen der Banken, Postämter oder Betriebe fanden. Die Reichsregierung stellte mit sofortiger Wirkung alle Reparationszahlungen an Frankreich, Belgien und Italien ein, zahlte aber pünktlich weiter an England. Das ruinierte nun Deutschlands Zahlungsfähigkeit völlig. Zwar war der Wert der Mark bereits Ende , als sich die Ruhrbesetzung politisch abzuzeichnen begann, inflationär abgeglitten. Mit der Ruhrbesetzung fiel er rasch auf rund 18 Mark pro Dollar.

Danach waren auch ihre Möglichkeiten erschöpft. Im Juli war ein Dollar schon Mark wert, im August 4